Schwartzburg, Das Haus der ehemaligen Reichs-Grafen, nunmehro Reichs-Fürsten von Schwartzburg schreibet nebst den ihme verwandten Grafen von Kefernburg seinen Ursprung aus dem Geblüte der alten Fränckischen Könige her. Nachdem aber Sizzo Graf von Kefernburg (von welcher alten Festung ohnweit Arnstadt die Rudera zu sehen) sich ein Schloß am Fluß Schwartze erbauet; so hat er nebst seiner weitläuftigen Nachkommenschaft den Nahmen der Grafen von Schwartzburg erhalten. Graf Günther XXI von Schwartzburg ward 1349 zum Römischen Kayser erwehlet, starb aber im 6ten Monat darauf an Gift. Sie werden unter die Vier Grafen des Römischen Reichs gezehlet, und sind des Heil. Röm. Reichs Unter-Jäger-Meister, die Reichs-Fürstliche Würde haben sie 1697 von dem Kayser Leopoldo erhalten. Sie theilen sich gegenwärtig in die Sondershäusische und Rudelstädtische Linie. Jm Wappen haben die Fürsten von Schwartzburg ein Gold und blau gestreiftes Creutz, welches das gantze Schild in 4 Qvartiere theilt, und auf den Titel der 4 Grafen des Reichs zielen soll; auf dem güldenen Mittel-Schilde ist der 2 köpffigte schwartze Reichs-Adler mit einem güldenen Schildlein auf der Brust, darinne ein Fürsten-Hut, wegen der Fürstlichen Würde. Jn dem rechten Mittel-Schilde erscheinet ein güldener Löwe wegen der Grafschaft Schwartzburg; in dem lincken Mittel-Schilde aber ein schwartzer Hirsch in Silber, wegen der Herrschaft Clettenberg. Jn dem Haupt-Schilde aber, welches aus 8 Feldern bestehet, siehet man einen schwartzen Adler im güldenen Felde, wegen Arnstadt; ein rothes Hirsch-Geweihe im Silber-, wegen Sondershausen; ein roth und silbern Schach, wegen Hohnstein; in einem getheilten Qvartier oben einen güldenen Löwen im rothen Felde, unten aber von Gold und roth Balckenweise gestreift, wegen Leutenberg, und in dem Fusse des Wappens eine rothe Streu-Gabel und einen güldenen Kamm, als das Stamm-Wappen der Grafen von Käfernburg. Auf diesem Schilde stehen 6 offene Helme. Der Schwartzburgische hat einen güldenen, sitzenden und gekrönten Löwen; der Arnstadt-Sondershausische einen schwartzen Adler, zwischen einem rothen Hirsch-Geweihe; der Hohensteinische einen Pfauen-Schwantz zwischen einem silbern und rothen Hirsch-Horn. Die übrigen zwey, als der Reichs-Adler und Fürsten-Hut sind zwey Kayserliche Gnaden-Zeichen; und der gekrönte geharnischte Mann wegen des grossen Comitivs. Die Wappenhalter sind zur Rechten ein wilder Mann, und zur Lincken eine wilde Frau, deren iegliches ein roth und weisses Fähnlein träget.