FeedHeemskerk (Martin van)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Heemskerk (Martin van), holländ. Maler, geb. 1498 zu Heemskerk bei Harlem, wonach er sich nannte, war der Sohn eines Maurers, Namens van Veen, der ihn bei einem harlemer Maler in die Lehre gegeben hatte, dann aber zu seinem Handwerk nach Hause nahm. Dach ging H. bald nach Delft zu einem Maler, Joh. Lucas, und später zu IJ. Schoorel. In dieser Zeit malte er den heil. Lukas, wie er die Heilige Jungfrau und das Jesuskind malt, und schenkte das Gemälde, welches großen Beifall fand, der Malerinnung zu Harlem. Hierauf war er drei Jahre in Italien, wo er seinen Geschmack nach der Antike bildete und Michel Angelos Einfluß aufnahm. Nach seiner Rückkehr Lach Holland fand er bald sehr zahlreiche Schüler. Er starb 1. Okt. 1574. Einige seiner Werke fanden bei der Eroberung Harlems durch die Spanier ihren Untergang; ein Altarstück von ihm findet sich noch gegenwärtig in Stockholm. H. teilt bei einem bedeutenden Talent doch das Schicksal mehrerer seiner Schulgenossen, welche im Schwanken zwischen dem altüberlieferten niederländ. Kunstgeiste und ihren ital. Studien stehen blieben. Die letztern gaben ihm den Anspruch auf vollere, reichere Entfaltung der Form, des Nackten, während er sich doch von der nordischen Befangenheit in Ausdruck und Gewandung nicht losmachen konnte. Seine ältern Leistungen haben jedenfalls den Vorzug größerer Wahrheit und Innigkeit voraus. Egbert van H., geb. 1610 zu Harlem, gest. 1680, und dessen gleichnamiger Sohn (geb. 1645, est. 1704 zu London) waren ebenfalls geschätzte Maler. Der erstere malte besonders Zechgelage und Herbergsscenen; der letztere zeichnete sich ebenfalls im humoristischen Genre (Zecher, Quäkermahlzeiten, Wachtstuben) aus. Mehrere seiner Blätter sind in Kupferstichen verbreitet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 3Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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