FeedHenner (Jean Jacques)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Henner (Jean Jacques), Genremaler, geb. zu Bernweiler im Elsaß 5. März 1829, lernte in Paris unter Picot und widmete sich anfangs der histor. Malerei, wobei ihm auch der röm. Preis 1858 zuteil wurde. Bald nahm er jedoch eine eigentümliche Richtung, in der er originell dasteht. Er ist der Spezialist in Darstellung des jugendlichen Frauenkörpers, ein Thema, welches seine Bilder fortwährend variiert zeigen. Am liebsten gibt er den zarten, jungfräulichen, bisweilen aber etwas hagern Gestalten einen tiefen landschaftlichen Hintergrund. Selbstverständlich leiden diese Produkte nicht selten an monotoner Übereinstimmung, sowie an inhaltlicher Leere. Das edelste darunter ist die schöne Quellnymphe (1880), ferner die zum Quell verwandelte Biblis (Museum in Dijon), die Odaliske auf dem Diwan (Mülhausen), auf der ersten Internationalen Kunstausstellung in Wien 1882 endlich die Najade und zwei interessante Porträts. Neben diesem Genre lieferte der Künstler aber auch gediegene religiöse und histor. Kompositionen: das Haupt des heil. Johannes, Christus im Grabe, die büßende Magdaleng, von einem Lichtglanz umgeben (1878), eins seiner Meisterwerke. Auch als Porträtist und Landschafter hat H. glückliche Versuche gemacht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 111Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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