FeedHeem (Joh. David de)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Heem (Joh. David de), der größte niederländ. Frucht⸗ und Stilllebenmaler, geb. 1600 zu Utrecht, lernte bei seinem gleichnamigen Vater und gewann bald ungeheuere Summen für seine Fruchtstücke. Gegen Ende seines Lebens zog er von Utrecht nach Antwerpen und starb daselbst 1674. Seine Bilder stellen meist prächtige Gefäße mit Früchten, Schmucksachen, Uhren u. dgl. auf Marmortischen vor; den Hintergrund pflegt eine reiche grüne Draperie zu schließen. Auch herrliche Guirlanden von Früchten und Blumen pflegte er darzustellen, besonders gern als Umgebung eines Mittelbildes, z. B. einer Monstranz, einer Madonna u. s. w., nach Art des Dan. Seghers. Kolorit und Helldunkel, besonders die Mischung der Töne, sind bei ihm vollkommen, die Charakteristik jedes einzelnen Gegenstandes in Bedes feind der rauhen oder glatten Oberfläche, z. B. es feinen Flaums der Früchte, des Stoffs der Draperien u. s. w., unübertrefflich. Trotz der großen Beschränktheit der Aufgaben sind H.s Stillleben interessant und anmutig. — Auch sein Sohn, Cornelis de H. (geb. 1623 zu Utrecht, gest. 1680 zu Antwerpen), lieferte Treffliches in dieser Gattung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 3Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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