FeedHeermann (Johs.)
ReligionBrockhaus 1882

Heermann (Johs.), evang. Kirchenliederdichter des 17. Jahrh., geb. 11. Okt. 1585 zu Rauden in Schlesien, wurde 1612 Geistlicher in Köben im Fürstentum Glogau. Fortwährend kränklich, hatte er überdies die Unbilden des Dreißigjährigen Kriegs reichlich zu erdulden. Um so höher zu schätzen ist der frische Glaubensmut, den er, ein Geistesverwandter P. Gerhardts, in allen seinen Kirchenliedern mit gewaltiger Dichterkraft und Tiefe ausspricht. Sie sind, 62 an der Zahl, zusammen gedruckt in seiner HHauß⸗ und Hertz-Musicay (1630 u. öfter; neu herausg. von Ph. Wackernagel, Stuttg. 1856). Obgleich teilweise sehr verändert, sind von diesen Liedern noch jetzt vorzüglich im kirchlichen Gebrauch: ⸗Herzliebster Jesu, was hast du verbrocheno, &O Gott, du frommer Gotto, Wo soll ich fliehen hino u. s. w. H. starb, aus seinem Amte 1634 durch die Kriegsunruhen vertrieben, zu Lissa 27. Febr. 1647. Vgl. Ledderhose, Das Leben Johannes H.so (2. Aufl., Heidelb. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 6Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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