Hegesias, griech. Philosoph, einer der spätern Cyrenaiker, welcher dadurch bekannt ist, daß er auf Grund der Lusttheorie zu dem Resultat gelangte, das höchste Gut, die vollkommene, dauernde Lust, sei, weil sie nicht vom Menschen allein, sondern von dem unberechenbaren Geschick abhänge, nicht erreichbar, und es sei deshalb besser, aus dem Leben freiwillig zu scheiden. Pessimismus und Empfehlung des Selbstmordes erscheinen so als Konsequenzen des Hedonismus. Da er, besonders in Alexandria, mit dieser Lehre großen, auch praktischen Erfolg hatte, so erhielt er den Beinamen NSινανοσ, d. h. der zum Sterben Üüberredender.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 17Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei