Heimburg (Gregor von), einer der tüchtigsten Rechtsgelehrten und edelsten deutschen Männer seiner Zeit, geb. zu Anfang des 15. Jahrh. in Würzburg, trat während des Konzils zu Basel in die Dienste des ihm befreundeten Aneas Sylvius (nachmaligen Papstes Pius II.) und verteidigte, wie damals auch dieser, energisch den Standpunkt des Konzils gegenüber dem des Papstes. Im J. 1433 wurde er in Nürnberg als Syndikus angestellt, doch hinderte ihn dieses Amt nicht, an weitern und engern Händeln seines Vaterlandes teilzunehmen und in den Diensten verschiedener Fürsten zu arbeiten. So hatte er einen bedeutenden Anteil an der Neutralitätserklärung der deutschen Kirche in dem fortdauernden Streite zwischen dem Konzil und Papst Eugen IV. am 17. März 1438; ferner war er ein Mitglied der kurfürstl. Gesandtschaft an Papst Eugen IV. im J. 1446, welche die Wiedereinsetzung der vom Papst wegen ihrer Hinneigung zu dem Gegenpapst Felix V. abgesetzten Kurfürsten von Köln, Mainz und Trier bewirken sollte. Auf dem Tage von Wienerisch-Neustadt 1452 vertrat er die Rechte der Stadt Nürnberg in dem Streite, in den sie mit Markgraf Achilles von Brandenburg geraten war, und bekämpfte namentlich das Gesetz der Goldenen Bulle über die Fürstengerichte. Zu dieser Zeit trat er, nachdem er das nürnberger Syndikat aufgegeben, in die Dienste Erzherzog Albrechts von Ssterreich. Als dessen Gesandter erschien er auf dem Kongreß zu Mantua 1459, wo er infolge seiner energischen Opposition gegen en von Pius II. geplanten Türkenzug mit dem Papst in Konflikt geriet, der sich durch die Verhandlungen über die Besetzung des brixener Bistums, in welchen H. als Sachwalter Herzog Sigis— munds von Tirol auftrat, bis zu dem Grade verschärfte, daß 20. Jan. 1464 der Bann über H. verhängt wurde. Nach der Aussöhnung Herzog Sigismunds mit dem 10 1464 fand H. Aufnahme bei dem König Georg Podiebrad von Böhmen und nach dessen Tode, 22. März 1470, bei den Herzögen von Sachsen in Dresden. Im J. 1472 erlangte er durch Papst Sixtus IV. Lösung vom Bann und starb im August desselben Iuhalts Seine Schriften, wesentlich polemischen Inhalts, wie die Streithändel — staatlichem und kirchlichem Gebiete, in denen er thätig war, es mit sich brachten, spiegeln sein stürmisches, wahrhaftiges und treues Wesen wieder und zeugen von der ihm nachgerühmten hohen Beredsamteit. Sie erschienen gesammelt als Scripta nervosa justitiaeque plenao (Frankf. 1608). Gustav Pfizer hat den Gegensatz des Charakters von H. und Aneas Sylvius in einem poetischen Werke: »Der Deutsche und der Welschev (184ʃ0), schön geschildert. Vgl. Hagen, Zur polit. Geschichte Deutschlands »(Stuttg. 1842), und Clemens Brockhaus, «Gregor von H.» (Lpz. 1861). eens (W.), Pseudonym für Bertha Behrens, Schriftstellerin, geb. 7. Sept. 1850 zu Thale am Harz als Tochter eines Arztes, verlebte ihre Paden in Quedlinburg, Glogau und Salzwedel, wo ihr Vater Oberstabsarzt war. Ihr spaterer Wohnort war Frankfurt a. M., dann Arnstadt, seit 1882 Kötzschenbroda. Ihre erste Novelle Melanier erschien in der Illustrierten Modenzeitung », die zweite, Aus dem Leben meiner alten Freundino (3. Aufl., Lpz. 1881), zuerst in der Magdeburgischen Zeitungo, andere namentlich in der „(Gartenlaubev. In Buchform erschienen: Lumenmüllers Lieschen » (Lpz. 1879), «Kloster Wendpz. 1883), (Waldblumen » (2. Aufl., Lpz. 1882), „Ein armes Mädcheno (Lpz. 1884).