FeedHontheim Joh. Nikol. von)
ReligionBrockhaus 1882

Hontheim Joh. Nikol. von), Weihbischof von Trier, geb. 27. Jan. 1701 zu Trier, erhielt im dortigen Jesuitenkollegium seine Vorbildung, studierte Theologie und kanonisches Recht zu Trier, Löwen und Leiden und promovierte 1724 zu Trier als Doktor der Rechte. Schon 1713 hatte H. ein Kanonikat zu Trier erhalten und deshalb die Tonsur angenommen. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Rom wurde er 1728 Assessor und geistlicher Rat am Konsistorium zu Trier, 1732 Professor des Civilrechts an der dortigen Universität. Im J. 1738 berief ihn Kurfürst Franz Georg an seinen Hof nach Koblenz, ernannte ihn zum Offizial und verwandte ihn als vertrauten Ratgeber in den schwierigsten Geschäften. Im J. 1748 ward H. zum Weihbischof von Trier ernannt. Er veröffentlichte: Historia Trevirensis diplomatica et pragmatica (3 Bde., Augsb. 1750) und Prodromus Historiae Trevirensis diplomaticae et pragmaticaer (2 Bde., Augsb. 1757). Bekannter ist H. als Verfasser eines kirchenpolit. Werks, welches er unter dem Pseudonym Justinus Febronius erscheinen ließ: De statu ecclesiae et legitima potestate Romani pontificiso (Frankf. a. M. 1763). Auf Grund einer Vergleichung der Kirche der ersten Jahrhunderte mit den Gewohnheiten der Gegenwart tritt H. darin nachdrücklich den Anmaßungen des Papsttums entegen. Die zahlreichen Gegenschriften beantwortete in einem zweiten bis vierten Bande (Frankf. u. pz. 1770 — 7½). Auch schrieb er einen Auszug unter dem Titel: Justinus Febronius abbreviatus et emendatuso (Frankf. 1777). Im J. 1778 wurde H. zum Widerruf veranlaßt; spätere Erklärungen beweisen jedoch, daß er seine Ansicht nicht geändert hat. Er starb 2. Sept. 1790 auf seinem Landsitz Montquintin.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 386Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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