Heiurich (Gust.), ungar. Litterarhistoriker, geb. 17. März 1845 in Vest, absolvierte in Leipzig und Wien histor. und germanistische .½½ und wurde 1867 Professor am evang. Gycknasium in Buda⸗ „1873 am Professorenseminar der Universität, 187⁵ Professor der german. Philologie an der Universität. H. ist seit 1875 Mitglied des Landesunterrichtsrats, seit 1880 der Akademie, seit 1882 der Kisfaludy-Gesellschaft. Seine litterarischen Arbeiten bewegen sich auf dem Gebiete der deutschen und der ungar. Litteraturgeschichte; besonders dhat er in zahlreichen bahnbrechenden Studien und 7 Forchungen den Einfluß der deutschen Litteratur auf ie ungarische und die Quellen ungar. Dichtungen in ausländischen Litteraturprodukten nachgewiesen. H.s Hauptwerke sind die Ausgaben von Goethes und Bürgers Balladen (1878), von Herders Cid-Romanzen (1879), von Hartmanns „Armen Heinrichh (1881), von Schillers «Tello (1883) mit eingehendem histor. ⸗philol. (ungarischen) Kommentar, (Bankban in der deutschen Dichtung (1879), Voccaccios Leben und Werker (1882), Etzelburg und die ungar. Hunnensagey (1882), Deutsche Verslehrer (2. Aufl. 1878) und za lreiche andere deutsche Lehrbücher für den deutschen Unterricht. Seit 1877 redigiert er die „Alle emeine philol. Zeitschriftv, seit 1880 die Ungar. Revuer. Heinrichan, Dorf ½½%½ (s. d.) im preuß. Regierungsbezirk Breslau. Heinrichs, Marktflecken in der preuß. Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt, Kreis Schleusingen, in freundlichem Thale an der Hasel, 3 km im SW. von Suhl, zählt (1880) 1360 meist evang. E. und hat Baumwollweberei, Bleiweißfabrik, Schuhmacherleistenfabrik, Bierbrauerei und zwei Gewehrfabriken. Heinrichsbad oder Moosbergbad (das), Kurort im Bezirke Hinterland des schweiz. Kantons Appenzell-Außerrhoden, liegt 776 m über dem Meere, 1 km nordöstlich⸗ von Herisau, von Wiesen, Waldungen und Parkanlagen umgeben in dem reundlichen Thale zwischen dem Rosenberg (874 m) und dem aussichtsreichen Lutzenland (918 m), besteht aus einem großen Kurhause mit Badehaus, Kapelle und mehrern Nebengebäuden und besitzt — + an Luit, 56 die sich in Verbindung mit Micch⸗ und Mollentur und der friedlich schönen, wiesen⸗ und waldreichen Umgebung besonders bei chronischen Nervenkrankheiten und Schwächezustänheilkräftig erweist. Schon seit 1666 bekannt, wurde das Moosbergbad 1824 von Heinrich Steiger 54— neu eingerichtet und vergrößert und in umgetauft. Seit 1873 im Besitze einer Gesellschaft azur Förderung des Reiches Gottes», trägt das übrigens uriger Eichrtt Bad ein spezifisch pietistisches Gepräge. Vgl. Gsell-Fels, Die Bäder und klimatischen Kurorte der Schweizy (Zür. 1880). Heinrichs des Löwen Orden, vom Herzog Wilhelm von Braunschweig am 25. April 1834 für öhere bürgerliche oder militärische Verdienste geiftet, zerfiel zunächst in H— Kommandeure und II. Klasse und Ritter, welche letztere durch Erweiterungsstatut vom 8. März 1877 in zwei Klassen geteilt sind. Das Ordenszeichen ist ein goldenes, für die zweite Ritterklasse silbernes, achtspitziges, an den Enden mit Kugeln versehenes, hellblau emaillirtes Kreuz mit rotem Mittelschilde. Auf der Vorderseite ruht auf dem untern Kreuzesflügel der braunschw. Helm, die darauf stehende gekrönte Säule mit dem springenden Pferde und den beiden Sicheln auf dem Mittelschilde, der aus der Säule hervorgehende Pfauenwedel mit dem Stern auf dem obern Kreuzesflügel, über welchem zwischen zwei Lorbeerzweigen ein schreitender goldener Löwe erscheint, während zwischen den Kreuzesflügeln der herzogl. Namenszug mit der Krone steht. Das Band ist hochrot mit gelber, schmaler Einfassung und wird von den Großkreuzen von der linken Schulter zur rechten Hüfte, neben einem achteckigen silbernen Stern auf der linken Brust, getragen. Durch Verfügung vom 12. Sept. 1870 wird für militärisches Verdienst im Felde die Dekoration mit Schwertern verliehen. Heinrichsgrün, Stadt im Bezirk Graslitz im nördl. Böhmen, 8 kmim SO. von Graslitz, auf dem südl. Abhang des Erzgebirges, zählt (1881) 1809 E. deutscher Zunge, deren Haupterwerb die Spitzenklöppelei ist, für welche hier eine Schule besteht. Der Bergbau auf Silber und Blei, dem die Stadt ihre früheste Entwickelung dankt, hat mit Beginn des 19. Jahrh. aufgehört. Vor der Schlacht am Weißen Berge (1620) war H. im Besitz der Herren von Schlick; nach der Konfiszierung der Schlickschen Güter kam es an die Grafen von Nostitz. Das Schloß, ein massiver Bau mit vier Thürmen an den Ecken, wurde 1672 erbaut. Es liegt auf einer Anhöhe und ist von einem Park umgeben, an den sich ein großer Tiergarten mit einem Jagdschlosse anschließt. Heinrichshall, Saline mit chem. Fabrik bei Gera (s. d.). Heinrichs-Ordenu, königl. sächs. Militärorden, 7. Okt. 1736 vom Kurfürsten Friedrich August II. gestiftet und 23. Dez. 1829 vom König Anton mit neuen Statuten versehen, welche 9. Dez. 1870 einen Rachtrag erhielten. Er führt seinen Namen nach dem Kaiser Heinrich II. dem Heiligen und wird zur Belohnung ausgezeichneter, im Felde erworbener Verdienste verliehen. Die Mitglieder, deren Großmeister der König ist, zerfallen in Großkreuze, Kommandeure I. und II. Klasse und Ritter. Das Ordenszeichen ist ein goldenes achtspitziges Kreuz mit breiter weißer Einfassung. In der Mitte befindet sich ein gelb emailliertes rundes Schild mit dem Bilde des Kaisers Heinrich. In der blauen Einfassung dieses Schildes steht (seit der Erhebung des Kurfürsten von Sachsen zum König) die Inschrift „Fridericus Augustus D. G. Rex Saxoniae instauravity. Auf der andern Seite des Kreuzes ist das königl. sächs. Wappen und in der blauen Einfassung die Inschrift Virtuti in Bellov. Die vier Kreuzwinkel sind mit grünen Zweigen des sächs. Rautenkranzes ausgefüllt. Das Ordenszeichen wird an einem himmelblauen Bande mit eitrongelber Einfassung getragen, und zwar von den Großkreuzen von der rechten Schulter zur linken Hüfte und zugleich mit einem goldenen achteckigen Stern auf der linken Brust, von den Kommandeuren um den Hals, und zwar von der I. Klasse zugleich wmit einem Stern und von den Rittern im Knopfloch. Dem Orden schließen sich als V. Klasse die Inhaber der am 17. März 1796 für Unteroffiziere und Gemeine gestifteten goldenen und silbernen Militärverdienst-Medaillen an.