Heeren (Arnold Herm. Ludw.), deutscher Historiker, geb. 25. Okt. 1760 zu Arbergen bei Bremen, erhielt deine gelehrte Bildung auf der bremer Domschule und auf der Universität zu Göttingen. Hier wendete er sich unter Heynes und Spittlers Leitung den philol. und histor. Studien zu. Als Privatdocent machte er sich der litterarischen Welt uerst durch die Ausgabe der Schrift des Rhetors enander De encomiiso (Gött. 1785) bekannt. Zur Vorbereitung seiner Ausgabe der clogae physicae et ethicaen des Stobäus (4 Bde., Gött. 1792—1801) unternahm er eine Reise nach Italien, den Niederlanden und nach Paris. Nach der Rückkehr wurde er 1787 zum außerord., 1794 zum ord. Professor der Philosophie, 1801 zum ord. Professor der Geschichte, später zum Geh. Justizrat ernannt. Er starb zu Göttingen 7. März 1842. Schon 1784 war er Beisitzer der Königlichen Societät der Wissenschaften und 1789 Mitglied derselben geworden. Auch hatte er gleich nach seiner Anstellung mit Mitscherlich und Tychsen die Herausgabe der Bibliothek der alten Litteratur und Kunsto übernommen. Nach Eichhorns Tode übernahm er 1827 die Redaction der «Göttinger Gelehrten Anzeigen». Seine Universitätsvorträge bezogen sich vom Anfang an mehr auf die griech. und röm. Altertümer und die Geschichte der Litteratur als auf die eigentliche Sprachphilologie. Vorzüglichen Einfluß hatte auf seine Geistesrichtung das Studium des Polybius, wodurch sich ihm die Alte Welt von einer neuen Seite, von der des Handels und Verkehrs und, was damit in genauer Verbindung steht, des Ursprungs, der Bildung und der Verfassung der alten Staaten zeigte. Auf diese Weise entstanden seine Ideen über Politik, den Verkehr und den Handel der vornehmsten Völker der Alten Welty (2 Bde., Gött. 1793—96; 4. Aufl., 5 Bde., 1824 —26), ein Werk, welches, nach Inhalt und Form klassisch, ihm eine Stelle unter den vorzüglichsten Historikern für alle Zeit sichert. Noch schrieb er «Geschichte des Studiums der klassischen Litteratur seit dem Wiederaufleben der Wissenschaften » (2 Bde., Gött. 1797 — 1802), «Die Geschichte der Stäaten des Altertums» (Gött. 1799; 5. Aufl. 1826), «Geschichte des europ. Staatensystems und seiner Kolonieno (Gött. 1809; 4. Aufl. 1822), außerdem «Abhandlungend über Johs. von Müller (Lpz. 1810), Spittler (Berl. 1812) und Heyne (Gött. 1813). In seinen Kleinen histor. Schrifteno (3 Bde., Gött. 1803—8) sind höchst interessante Abhandlungen enthalten. Seine »Histor. Werkey (15 Bde., Gött. 1821—26) sind zum Teil neue Auflagen der erwähnten Schriften. Mit Ukert begründete er das berühmte, später von Giesebrecht fortgesetzte histor. Sammelwerk «Geschichte der europ. Staaten »(Gotha 1819 fg.).