FeedHekla oder Heklufjall
ErdkundeBrockhaus 1882

Hekla oder Heklufjall, der berühmteste, wenn auch nicht der größte und höchste der Vulkane Islands, im südwestl. Teile der Insel, 112 kmeöstlich von Reykjavik und 49 km vom nächsten Punkte der Südküste gelegen, erhebt sich als ein 1557 m hoher, länglicher und unregelmäßiger Kegel von etwa32 km Umfang aus einem eigenen, etwa 1100 qkm bedeckenden Gebirgsstock empor, der im SW., W. und NW. von einer Ebene begrenzt, im O. durch tiefe Thäler von den benachbarten Gletscherplateaus geschieden ist und von dem in Schnee gehüllten, meist mit einer Wolkenkappe bedeckten, weit sichtbaren Kegel wenigstens um ein Dritteil überragt wird. Der Kegel hat fünf Krater, von denen der bedeutendste, fast kreisrund, kaum 2 km Umfang und eine Tiefe von 60—100 mehat. Die H. ist weder durch Höhe noch durch pittoreskes Ansehen ausgezeichnet, sondern nur durch die Häufigkeit ihrer Ausbrüche. Man findet seit 1104 bis zur Gegenwart 21 Eruptionen verzeichnet, wobei die Zwischenzeiten 6, aber auch 79 Jahre währten. Der vorletzte Ausbruch dauerte vom Sept. 1845 bis April 1846. Die Aschensäule ward 690 km weit über das Land und Meer hinweggeführt; die Verwüstungen waren fürchterlich. Der letzte Ausbruch fand im J. 1878 statt. Auf dem Berge selbst findet sich keine Spur von Vegetation und weit im Umkreis keine andere als das Sandhaargras. Eine eigentümliche Rolle spielt die H. in der Volkssage des Nordens. Schon im 1³ Iudeh versetzen nordische wie auswärtige Quellen in Berg eine Hölle, und später übernimmt derselbe wohl auch die Aufgabe unsers Brockens, indem die Hexenfahrten dahin gingen. Seinen Namen, hekla, d. h. Kapuzenrock, hat der Berg wohl von der erwähnten Wolkenkappe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 75Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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