Hivernage frz.), Uberwinterung von Schiffen; auch Winterhafen. Hija-mum oder Amon (s.d.), chines Hafenstadt. Hjarbek, Hafen von Viborg (s. d.). Hjelmaren, der Größe nach der vierte der schwed. Binnenseen, zwischen den Provinzen Södermanland und Nerike gelegen, hat ein Areal von 485 qkm; die größte Länge, von W. nach O., beträgt 61 km; die größte Breite, von N. nach S., 21 km; die absolute Höhe 23, m. Die Gewässer des H. fließen durch den Hyndevadstrom, im untern Laufe auch Eskilstuna-an oder Torshälla-än genannt, in den Mälarsee. Auch geht vom nördl. Ufer der 1640 angelegte und 1821—30 umgebaute Hjelmarenkanal dem im Mälaren mündenden Arboga-än zu. Da der Ablauf sehr eng ist und die Ufer seicht, leiden die Umgebungen häufig an überschwemmungen, denen vorzubeugen (1884) eine kostspielige Senkung des Seespiegels in Angriff genommen ist, durch welche etwa 15000 ha Landes für den Anbau gewonnen werden dürften. Die Hechte und Krebse des Sees sind berühmt. Auf dem Engelbrechtsholm, im westl. Teile des H., bezeichnet ein Denkmal die Stelle, wo 27. April 1436 Engelbrecht Engelbrechtsson von Mäns Bengtson ermordet wurde. Hierta Lars Johan), namhafter schwed. Publizist und Politiker, geb. 23. Jan. 1801 zu Upsala, trat nach vollendeten philos. und jurist. Studien in den Staatsdienst. Bei den Reichstagen 1823 und 1828—30 hatte er eine Anstellung in der Kanzlei des Ritterhauses und gründete mit Crusenstolpe eine «Reichstagszeitungo. Ende 1830 rief er das „Astonbladeto ins Leben, das unter seiner Leitung in kurzer Zeit Schwedens bedeutendste polit. Zeitung ward und mächtig zum Siege der liberalen Ideen beigetragen hat. In den J. 1834—56 war er Mitglied des Ritterhauses; 1859—66 Abgeordneter des Bürgerstandes und 1867 — 72 Mitglied der Zweiten Kammer. Auch auf andern Gebieten war er sehr thätig, so als Buchdrucker, Verleger, Großhändler, Fabrikant, Schiffsreeder u. s. w. Er starb zu Stockholm 20. Nov. 1872. Eine ausführliche Biographie H.s schrieb Wieselgren (Stockh. 1880—81). Hierting, Hafen und Fischerdorf im südwestl. Jütland, im Stifte Ribe, an der gleichnamigen Bucht, 34 km im NW. von Ribe, zählt (1881) 281 E. Hjong-un oder Hjung-nu, die in Europa bekannteste Form eines Namens, welcher den alten Annalen Chinas zufolge einem kriegerischen Nomadenvolke im Norden der Großen Mauer zukam. Da die beiden, den Namen in dieser Form darstellenden chines. Schriftzeichen den Begriff craubsüchtiges Ge— sindeld ausdrücken, so liegt offenbar eine absichtliche Entstellung zum Grunde. Andere gelegentlich vorkommende Formen des Namens, wie Hien-jun, Hjun-ju, Hun-⸗ju, erscheinen meist, besonders was die erste Silbe betrifft, unter einem Klassenbilde für „Hundo, erinnern aber sonst so lebhaft an das mittelhochdeutsche HDiune, Hüne, Heune, Hunne, daß an der ursprünglichen Identität mit dem aus China uns überlieferten Namen kaum zu zweifeln ist. Sind auch die Hunnen des Mittelalters schwer— lich als Nachkommen jenes Räubervolks zu betrachten, so ist doch sehr wahrscheinlich, daß ein den H. unterworfen gewesenes anderes Nomadenvolk den RNationalnamen dieser Barbaren sich angeeignet habe. Aus den Annalen des ältern Kaiserhauses Han (179 v. Chr. bis 24 n. Chr.) hat der brit. Gelehrte Wylie eine Geschichte der H. in ihren Beziehungen zu den Chineseno übersetzt und im Journal of Anthropological Institute (Bd. 3) veröffentlicht. (S. Hunnen.) 95ein dän. Amt, der nördlichste Teil Jütlands, ein Teil des Stifts Aalborg, zählt (1880) auf 2817,03 qkm 100548 E. Die Südgrenze bildet der Liimfjord (s. d.) und das Amt Aalborg; gegen Westen stößt es zum Teil an das Amt Thisted; im übrigen ist es vom Meere (Skager Rak und Kattegat) umschlossen. Zum Amt gehören einige Inseln im Liimfjord sowie auch Läsö und Hirtsholmen im Kattegat. Im ganzen ist das Amt eins der am wenigsten begünstigten der jütischen Halb— insel. Kaum ein Drittel des Areals ist angebaut. und zwar unvollkommen. Flugsand bedeckt das Westufer und die Nordspitze; der südl. Teil ist von odem großen Wildmoorey und weitgedehnten Sümpfen bedeckt. — Die Hauptstadt Hjörring, Station der Linie Vamdrup-Frederikshavn der Dänischen Staatsbahnen, zählt (1880) 4308 E. Hjort (Peder), bekannter dän. Kritiker und Sprachforscher, geb. 19. Juli 1793 auf der bei Kopenhagen liegenden Insel Amager, wo sein Vater, der bekannte Schul⸗ und Volksfreund und geistliche Dichter Victor Christian H. (gest. 1818 als Bischof zu Ribe), damals Prediger war, studierte die Rechte und Theologie an der Universität, besonders aber widmete er sich, im Umgange mit Oehlenschläger und Poul Möller, der Asthetik. In seinem „Digteren Ingemann og hans Värkero (1815) und in Tolv Paragrapher om Jens Baggeseno (1816) verteidigte er den Standpunkt der romantischen Schule. Darauf lebte er drei Jahre auf Reisen in Italien, Deutschland, Belgien und Frankreich und wurde 1822 als Lektor der deutschen Sprache und Litteratur an der Akademie zu Sorö angestellt. Hier gab er in deutscher Sprache Joh. Scotus Erigenap (1823) und in dänischer Lären om Villiens Frihed, forsvaret imod en Mediciners Angrebo (1825) heraus. 3e en verfaßte er mehrere linguistische Schriften, so eine Tydsk Grammatik for Dansktalender (7. Aufl., Kopenh. 1858)und ein (Tydsk Läsebog for Dansktalender (4. Aufl., Kopenh. 1857). Sein treffliches Werk Den Danske Börneveno (8. Aufl., Kopenh. 1860), sowie die mit Umsicht ausgewählten „Gamle og Nye Psalmer v (3. Aufl., Kopenh. 1843) haben in Dänemark vielen Beifall gefunden. Seit Aufhebung der Akademie zu Sorö 1849 lebte H. als Privatgelehrter zu Kopenhagen. Seit 1848 gab er eine Reihe polit. Schriften in Betreff Schleswig-⸗Holsteins heraus, in welchen er das Interesse des dän. Royalismus vertrat, und veröffentlichte einige Bände seines Briefwechsels. Er starb zu Kopenhagen 11. Nov. 1871. Aus seinem Nachlaß erschien «Udsigt over nyere dansk Literaturo (Kopenh. 1872). Hjüän-tsang, ein chines. Buddhamönch, der im 7. Jahrh. n. Chr. lebte. Begeisterte Anhänglichkeit an seinen Glauben bestimmte ihn wie manchen andern seinesgleichen zu vieljährigen Wanderungen (629—645) durch die Stammländer der Buddhalehre. Mit der Freudigkeit des hingebendsten Pilgers bestand er Beschwerden und Gefahren jeder Art, beschrieb nach seiner Heimkehr in schlichten Worten alle seine Erlebnisse in 138 von ihm besuchten kleinen Reichen und ließ angeblich 657 mitgebrachte Religionsschriften unter seiner Leitung ins Chinesische übersetzen. Seine Aufzeichnungen gaben den Stoff zu einer für die Kenntnis der damaligen Zustände Ostindiens wichtigen „Geschichte westl. Länder» (&Si-Ju reio), die Julien 1857—58 zu Paris französisch herausgegeben. Vgl. auch dessen Histoire de la vie de H. et de ses voyages dans I'Inder (1853) und J. Hoffmann, De Chinesche pelgrim H. en zijne reizen in Indiéo (1853). hl, Abkürzung für Hektoliter. h. I., Abkürzung für hoc loco (lat., d. h. an diesem Ort, an dieser Stelle).