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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Hel, Hellia, die nordische wie deutsche Göttin der Unterwelt. Die Tochter des Gottes Loki und der Riesin Angrboda, Schwester des Wolfs Fenrir und der erdumgürtenden Midgardsschlange, ward sie einst von Odhin in die neunte Welt, nach Nifleim, d. i. Nebelwelt, hinabgeworfen. Hier sammelt ie alle an Alter oder Krankheit Gestorbenen. Ihre Farbe ist bleich und blau; Gier und Unbarmherzigkeit zeichnen sie aus; was sie hat, läßt sie nicht wieder aus ihren Händen. Eine Brücke führt über den Fluß Gjöll nach ihrem Reich; ein mächtiges Gitter umgibt ihren Sitz, an welchem der Höllenhund Garm wacht. Ein Fluß, angefüllt mit Schlamm und Schwertern, fließt durch das Gebiet. Der persönliche Begriff der H. ging in christl. Zeit bei allen german. Stämmen in den lokalen der Hölle über.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 75Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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