FeedHeliotröp
TechnikBrockhaus 1882

Heliotröp, ein von Gauß erfundenes Instrument, besteht aus zwei aufeinander senkrechten, mit einem Fernrohr verbundenen ebenen Spiegeln, von denen einer dazu dient, das Sonnenlicht nach einem bestimmten, weit entfernten Punkte hinzuwerfen, sodaß man daselbst den Spiegel hell erleuchtet sieht; der andere aber nur zum Zweck hat, dem erstern die nötige Stellung zu geben. Sieht man nämlich zuerst durch das Fernrohr nach dem entfernten Punkte und dreht darauf beide Spiegel so, daß der Sonnenstrahl von dem einen derselben ins Fernrohr geworfen wird, so wirft der andere Spiegel den ihtbar sein lo nach dem Punkte, wo der Spiegel sichtbar sein soll. Diese sehr sinnreiche Vorrichtung wird vorzüglich bei ae Landesvermessungen als Signal mit vielem Vorteil angewendet und vertritt die Stelle der sonst so schwierigen Signale auf entfernten Standpunkten, zunächst der kostbaren und doch nur auf kurze Zeitmomente sichtbaren sog. Blickfeuer. Die Erleuchtung des Spiegels ist so stark, daß man selbst bei einer Entfernung von vielen Kilometern das Auge durch gefärbte Gläser schützen muß. Im Fernrohr konnte man das vom andem We aus mittels eines H. reflektierte Licht auf dem Brocken (also in mehr als 105 km Entfernung) noch gut sehen. Dabei hat der reflektierende Spiegel nur etwa 5 em Durchmesser. Baeyer hat den Apparat vereinfacht; statt des Fernrohrs bedient er sich eines Diopters und auch nur eines Spiegels. Nur ein Hilfsspiegel wird angewandt, um in bestimmten Stellungen der Sonne das Licht auf den Hauptspiegel zu werfen. Obwohl Steinheil die H. wieder verbesserte, werden doch gegenwärtig hauptsächlich die einfachen angewandt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 87Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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