FeedHelvella L.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Helvella L. (Faltenmorchel, Lorcheh), Pilzgattung aus der Familie der Discomyceten. Die Arten derselben, von denen etwa 15 in Deutschland vorkommen, sind fast sämtlich eßbar. Es sind meist ziemlich große Pilze mit unregelmäßig gelapptem und kugelig angeschwollenem Hute, der eine runzelige oder gefaltete Oberfläche besitzt. Der Stiel ist von hellerer Farbe als der Hut. Das die Sporenschläuche enthaltende Hymenium ist über den ganzen Hut ausgebreitet und hat gewöhnlich eine braune oder braunrote, seltener eine gelbliche Färbung. Die bekannteste Art ist die Speiselorchel oder Steinmorchel, auch Hasenmorchel genannt, H. esculenta Pers. Sie hat einen wachsartigen, stark aufgetriebenen Hut, der auf einem 2—5 em hohen Stiel sitzt; sie kommt hauptsächlich in Nadelwäldern vor und ist einer der besten Speiseschwämme. Eine dieser ähnliche Art, H. suspecta Kromby., kommt ebenfalls in Nadelwäldern, aber weniger häufig vor, sie unterscheidet sich von der vorigen durch eine lebhaftere rotbraune Farbe und durch die fast schwammige Beschaffenheit des Hutes, der Geschmack derselben ist unangenehm süßlich; sie muß jedenfalls als verdächtig gelten, ist übrigens leicht von der vorigen zu unterscheiden. Die übrigen Arten sind größtenteils eßbar, kommen aber seltener vor. (S. Morchella.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 99Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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