FeedHeracléum
PflanzenreichBrockhaus 1882

Heracléum, Klaue, Bärenklau, eine zu den Doldengewächsen gehörige Gattung perennierender Kräuter von sehr ansehnlichen Dimensionen, wegen deren sie ein sehr wertvolles Material zur Ausstattung landschaftlicher Gärten stellen. Ihre oft enorm großen, in verschiedener Weise, aber stets elegant eingeschnittenen Blätter, ihre starken Stengel und ihre riesigen weißen Blütendolden sind auf dem Gartenrasen von bedeutender Wirkung. Außerdem sind diese Pflanzen dem größten Teile nach in Deutschland vollkommen hart und erfordern, einmal angepflanzt, keine Pflege weiter, als reichliches Begießen bei anhaltender Trocknis. Diese Gattung wird auf den Wiesen durch eine kleinere Art, H. Sphondylium, vertreten. den Gärten werden am häufigsten angepflanzt: H. persicum, über 2 m hoch, die Hauptblütendolden über 40 em breit; H. pubescens, eine kaukas. Art und über 3 m hoch; H. eminens mit dreizähligen, von weicher Behaarung graulichen Blättern wunderbarer Beschaffenheit und deshalb weniger leicht als die anderer Arten von Sturm und Regen beschädigt; H. Leichtlini, mit ebenfalls derben fiederteiligen Blättern, welche in ihrer Form an das Geweih eines Damhirsches erinnern, u. a. m. Nur wenige Zierstauden kommen an Größe und architektonischer Schönheit den H.⸗Arten gleich, welche eines weichen, tieflockern Bodens bedürfen. Von der ausgezeichnetsten Wirkung sind sie an den Rändern der Teiche und Bäche. Man pflanzt sie durch Aussaat nach der Samenreife fort und vermehrt sie durch Teilung der Stöcke im zeitigen Frühjahr.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 118Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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