Heraud (John Abraham), engl. Dichter, geb. 1799 in London, veröffentlichte 1820 ein beschreibendes Gedicht Tottenhamo und die poetische Erzählung The legend of St.-Loys, später seine umfangreichsten, wennschon dem herrschenden Zeitgeschmack wenig entsprechenden epischen Versuche: «The descent into Helb (1830) und «The judgment of the Flood (1834). Auch schrieb H. eine Anzahl von Dramen, unter denen zu erwähnen sind: die 1854 aufgeführte Tragödie «Videnao, „Wife or no wifer, Agnolo Diorao, The Roman Brothero und «Salvator, or the poor man of Napleso. Im J. 1870 gab er unter dem Titel The In-gatheringo eine Sammlung seiner kleinern Gedichte heraus; 1871 die den Deutsch-Französischen Krieg behandelnde Dichtung The war of ideasv. Außerdem erschienen von ihm die histor.-psychol. Studien «The life and times of Girolamo Savonarolas und «Shakespeare; his inner life, as intimated in his workso (1865). Neuerdings versuchte H. sich auch auf dem Gebiete des Romans in Uxmal, an antique love storyo und Macée de Lesdepart, an historical romancen (1878). Heêrault, Küstenfluß Südfrankreichs, entspringt in einer Höhe von 1567 m am Berge L'Aigoual in den Cevennen (Gard-Departement), durchfließt in südl. Richtung das nach ihm benannte Departement und mündet 5 km unterhalb Agde in das Mittelmeer, nach einem Laufe von 197 km, von denen 11 Em schiffbar sind. Das Departement Hérault, aus Bestandteilen des ehemaligen Languedoc zusammengesetzt, zählt auf einem Areal von 6198 akm (1881) 441527 E. Es besteht ungefähr zum dritten Teil aus Hochland, welches die südwestl. Verlängerungen des Cevennen-Kammes, deren unbewaldete Vorstufen und bis in die Nähe des Meeres tretende Ausläufer bilden. Die Abdachung ist gegen Südosten gerichtet, wo sich weite Ebenen und einige Moräste ausbreiten. Nur kleine Flusse durchziehen das Land, wie Herault (197 km), Vidourle (100 km, bildet streckenweise die Ostgrenze des Departements), Lez, Orb (145 km) u. a. An der Küste findet sich auf einer Strecke von 60 Em eine Reihe von Lagunen, von Etangs oder Strandseen, mittels Passagen, Graüs genannt, mit dem Meere in Verbindung, deren starksalziges Wasser einen reichlichen Seesalzgewinn (jährlich 700000 Ctr.) gewährt. In der Nähe von Capestang er— hebt sich der Malpas, welcher in einem Tunnel von 170 m Länge, 8 m Breite und 7 m Höhe vom Canal du Midi durchsetzt ist. Dieser stellt die einzige Wasserverbindung im Innern her, und zwar mittels der Aude auf einer Strecke von 62 km. Die übrigen zahlreichen Kanäle an der Küste, welche die Etangs und benachbarten Städte verbinden, wie der von Lunel, von Montpellier, Graves, Rouine u. a., haben eine Gesamtlänge von 80 km. In den obern Teilen der Gebirgsabhänge der Monts de l'Espinouse und der Monts Garrigues (d. i. Kermes-Eiche), bis 943 m hoch, nebst einem Teile des Hochplateaus von Larzac, gehen ungeheuere Felsmassen zu Tage, zwischen denen die Kultur des Kastanienbaums und der Cerealien stattfindet. Der höchste Gipfel ist der 1093 m hohe Mont de Caroux in den Monts de l'Espinouse, rechts neben dem Mittellaufe des Orb, nächst einem 1118 m hohen Berge. In den Thälern und noch am Fuße der Berge gestattet die Milde des Klimas den Anbau des Mandel⸗ und Olivenbaums; Feigen⸗, Maulbeer⸗ und andere Obstbäume kommen fast überall fort. Wein wird (1878) auf 1421 qkm von ausgezeichneter Güte gewonnen, z. B. Lunel, Frontignan und andere geschätzte Liqueurweine, und zwar jährlich 5 Mill. Hektolit., mehr als in jedem andern Departement. Nur 8,3 Proz. der Fläche tragen Getreide, 1,4 Proz. Wald. Auch der Anbau des Krapp ist erwähnenswert. Man gewinnt 100000 hl Oliven und daraus 950000 kg Sl, etwa 135000 kg Seide und 10000 kg Honig. Das Mineralreich liefert vorzüglich Eisen, Steinkohlen (1877: 264000 t), Marmor und Lignite, die unter dem Namen versteinerte Asche (cendres fossils) zur Verbesserung des Bodens verwendet werden. Außer der Wein⸗, Obst⸗, Ol⸗ und Seidenkultur beschäftigen sich die Einwohner mit Schaf⸗ und Mauleselzucht, sowie mit Austernfischerei und Seesalzbereitung; ganz besonders aber zeichnen sie sich aus durch ihre Branntwein⸗, Tuch⸗ (60 Spinnereien und Webereien mit 3500 Arbeitern), Seife⸗, Licht⸗, Leder⸗, Fischpökeleifabrikate. Die ansehnlichsten Handelsplätze sind Montpellier und der Hafen Cette, beide durch eine Eisenbahn verbunden, Beziers, Agde, Lodeve und Pezenas. Das Departement bildet die Diöcese des Bischofs der Hauptstadt Montpellier und Wezers in die vier Arrondissements Montvellier, Beziers, Lodeve und St.⸗Pons mit 36 Kantonen und 336 Gemeinden. Vgl. Fabre, 4I,Héraulte (1877—78); A. Joanne,