Hereford, eine der westl. Grafschaften Englands, zählt auf 2176,9 qkm (1881) 121042 E. und bietet einen schönen Wechsel von Hügeln, Thälern und Ebenen dar. Ihre höchsten Erhebungen sind die Hatterelkette an der Westsüdwestgrenze und die Malvernhills an der Ostgrenze. Gegen Süden abgedacht, sendet das Land seinen bedeutendsten Fluß um Severn, nämlich den 195 km langen, wegen sener romantischen Seenerie berühmten Wye, reich an Lachsen, welcher rechts den Monnow, links den an Forellen reichen Lug mit (rechts) den Arrow und (links) dem Frome aufnimmt und bei hohem Wasser bis Hay, 48 km oberhalb der Stadt H., für Barken von 3—400 Ctrn. zugänglich gemacht ist. Der Boden ist im allgemeinen so fruchtbar, daß nur 24 Proz. keine Bodenfrüchte liefern; 17 Proz. sind mit Wald und Busch bedeckt; 46,5 Proz. sind dauernd Weide, 8 Proz. Wiesen. Neben der Gewinnung von Getreide, namentlich Weizen und Gerste, herrscht die Obstkultur in ausgedehntester Weise vor. Apfel⸗ und Birnwein ist ein Stapelartikel. Der Absatz geht meist nach London und Bristol, von da nach Amerika und Westindien. Nebenbei wird viel Hopfen gebaut. Auch die Viehzucht ist nicht unbedeutend. Wegen seines feinen Vlieses und vortrefflichen Fleisches sehr geschätzt ist das Herefordschaf, dessen Stammrasse die Collings oder Rylands bilden. Die Wälder geben viel Eichenholz, das Mineralreich fast nur Eisen, welches aber nicht benutzt wird. Mit Ausnahme des Webens einiger grober Wollstoffe in H. Manufakturen. Die früher schwunghaft betriebene Tuchbereitung in Ledbury ist eingegangen. Die Grafschaft sendet drei Abgeordnete in das Parlament, zwei andere die Stadt H. und die Stadt Leominster. Der Hauptort Hereford, Munizipalstadt und Parlamentsborough, in freundlicher und fruchtbarer Gegend links am Wye und am Gloucesterkanal sowie am Kreuzungspunkte von fünf Eisenbahnen gelegen, ist seit 673 der Sitz eines Bischofs, hat eine 1115 erbaute, 1862 restaurierte Kathedrale, eine der schönsten in England, und einige andere altertümliche Bauwerke, ein Denkmal Nelsons, einen bischöfl. Palast, eine Gerichtshalle, Stadthalle, Grafschaftshalle und ein Theater. Die Stadt besitzt drei litterarische und ein Handwerkerinstitut nebst Bibliothek, eine naturwissenschaftliche Gesellschaft, mehrere Hospitäler und Krankenhäuser. zählt (1881) 19822 E., die Handschuhe, Flanell und Hüte fabrizieren und Handel mit Landesprodukten, hauptsächlich Obstwein, Hopfen und Lohe treiben. H. ist der Geburtsort Garricks. Ehemals war die Stadt befestigt.