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BaukunstBrockhaus 1882

Herder (Sigm. Aug. Wolfgang, Freiherr von), um den sächs. Bergbau hochverdienter Bergbeamter, der Sohn des vorigen, geb. 18.Aug. 1776 zu Bückeburg, wurde in Weimar erzogen; 1794 ging er auf ein Jahr nach Neuchätel und begann, nachdem er die Universitäten zu Jena und Göttingen besucht,‚ 1797 in Freiberg seine berg⸗ und hüttenmännischen Studien; seit 1800 studierte er noch in Wittenberg die Rechte. Nach seiner Rückkehr nach Freiberg wurde er 1802 Bergamtsassessor, 1803 Assessor im Bergamte Schneeberg und 1804 Oberbergamtsassessor und Bergkommissionsrat in Freiberg; 1806 erhielt H. die Aufsicht über das Blaufarbenwesen. Duef des wurde seine Thätigkeit seit 1809 in Betreff des Eisenhüttenwerks Panki und der Salzwerke von Wieliczka im Großherzogtum Warschau in Anspruch genommen, weshalb er mehrere Jahre teils in Warschau, teils in Wien verweilte. Der König von Sachsen erhob ihn für seine Dienste in den Freiherrnstand. Unter dem russ. Gouvernement kam H. in das Geh. Finanzkollegium nach Dresden; 1818 wurde er Vizeberghauptmann, 1821 Berghauptmann und 1826 Oberberghauptmann. Im J. 1835 machte er eine Reise nach Serbien, um den ergbau dieses Landes wieder emporzubringen. Er starb zu Dresden 29. Jan. 1838 und wurde auf der Halde des alten Bergwerks Drei Königfundgrube zwischen Freiberg und Tuttendorf beerdigt, wo ihm ein Denkmal errichtet ward. Nach seinem Tode erschien die Schrift Der tiefe Meißener Erbstolleno (Lpz. 1838) und 25 Tafeln Abbildungen der vorzüglichsten Apparate zur Erwärmung der Gebläseluft auf den Hüttenwerkeny (Freib. 1840).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 134Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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