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ErdkundeBrockhaus 1882

Herisan, der größte und gewerbfleißigste Ort des schweiz. Kantons Appenzell-Außerrhoden, liegt 777 meüber dem Meere, 11 km nordwestlich von Appenzell, 9 km westsüdwestlich von St. Gallen an der Appenzeller Bahn, auf dem rechten Ufer der Glatt, in einem anmutigen grünen Thalkessel, der nördlich und westlich von den ruinengelrönten Hügeln Rosenberg (874 m) und Rosenburg (920 m) südlich vom Waldstätterberg (892 m) und östli von dem aussichtsreichen Luzenland (918 m) umschlossen wird. Der Flecken ist teilweise stadtartig angelegt, besitzt eine alte reformierte und eine neue kath. Kirche, eine Realschule, ein Bezirksspital, ein stattliches Rathaus, mehrere Pe Basen als eidgenössischer Waffenplatz eine große Kaserne und 1 lt (1880) 11082 meist reform. E. (1024 Katholiken, 89 Israeliten und Andersgläubige), deren Haupterwerbsquelle die Baumwollindustrie (Musselinweberei, Stickerei, Bleicherei, Färberei u. s. w.) ist. Obwohl dem Namen nach nur Hauptort des Bezirks Hinterland, ist doch H. als der reichste und bedeutendste Ort, Mittelpunkt des Handels und der dunslei de Sitz des Kantonsrats und der Kantonsanzlei der faktische Hauptort des ganzen Kantons Außerrhoden. Urkundlich zuerst 837 erwähnt, stand H. während des Mittelalters unter der Herrschaft der Abtei St. Gallen, von der sich das Appenzellerländchen 1401 — 29 im sog. Appenzeller Kriege befreite, wobei die äbtischen Burgen Rosenberg und Rosenburg 1403 zerstört, im gleichen Jahre aber auch H. von den äbtischen Truppen eingeäschert wurde. Auch 1606, 1672 und 1812 brannte der Flecken teilweise ab.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 138Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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