FeedHeiden
ErdkundeBrockhaus 1882

Heiden, Flecken im Bezirke Vorderland des schweiz. Kantons Appenzell-Außerrhoden, liegt 806 m über dem Meere, 5 km südöstlich von Rorschach auf einer sonnigen Bergterrasse in dem nordöstlich gegen den Bodensee und das Rheinthal vorgeschobenen Vorlande der Appenzeller Alpen. Der ansehnliche, wohlhabende Ort, 1838 fast vollständig abgebrannt und seither stadtartig mit breiten, regelmäßigen Straßen wieder aufgebaut, besitzt eine Pfarrkirche, deren Turm eine weite Aussicht auf den obern Bodensee und die denselben umrahmenden Gebirge bietet, eine Kurhalle, mehrere Gasthöfe und Pensionen und einige Fabriken und zählt (1880) 3192 meist reform. C., deren Haupterwerbsquellen neben dem Feldbau und der Alpenwirtschaft die Baumwollindustrie (Weberei, Stickerei u. s. w.) und der sehr lebhafte Touristen? und Kurantenverkehr sind. Schon lange als Molkenkurort bekannt, ist H. in neuester Zeit auch ein sehr beliebter Luft⸗ und Milchkurort und eine vielbesuchte Sommerfrische geworden, wozu es sowohl die schöne aussichtsreiche Lage 408 m über dem Bodensee und die freundliche, wiesen⸗ und waldreiche Umgebung, als auch die reine Bergluft, das elinde tonisierende Klima und die gut betriebene Milchwirtschaft der umliegenden Alpen geeignet machen. Mit Rorschach ist es durch eine 7 Kmlange Bergbahn (Zahnstangensystem, Maximalsteigung 9 Proz.), mit St. Gallen, Herisau und dem sanct-gallischen Rheinthale durch Poststraßen verbunden. Vgl. Gsell-Fels, «Die Bäder und klimatischen Kurorte der Schweizv (Zür. 1880); Scadrowsky, «H. und die Rorschach-H.⸗-Bahno (2. Aufl., Zür. 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 24Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6