Hermanarich (Hermanrich, Ermanarich), aus dem Geschlecht der Amaler, der Ermenrich (i. d.) der german. Heldensage, erscheint in der Ge— schichte als der mächtigste König der Greuthungen oder Ostgoten vor deren Auftreten auf röm. Ge— biete. Von den Sitzen seines Volks aus im südl. Rußland, östlich vom Dnjestr, dehnte H. im Laufe der ersten Hälfte des 4. Jahrh. n. Chr. seine Macht namentlich nordwärts über zahlreiche slaw., lett. und finn. Völker aus, sodaß seine Suprematie vom Schwarzen bis zum Baltischen Meere anerkannt war. Endlich aber, als er den Abfall der Rosomonen gestraft und wegen der grausamen Hinrichtung der Gattin eines ihrer Häuptlinge ! durch deren Bruder und Bluträcher schwer verwundet worden war, er sich, angeblich 110 J. alt, außer Stande, dem furchtbaren Einbruch der Hunnen zu widerstehen. Vor dem Anprall der Hunnen sank seine Macht zusammen, und um 375 n. Chr. starb H., vielleicht durch eigene Hand.