FeedHertz (Henrik)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hertz (Henrik), nKopenhagen dän. Dichter, geb. 25. Aug. 1798 zu Kopenhagen, von jüd. Abkunft, studierte daselbst seit 1817 die Rechte. Als Dichter trat er zuerst 1827 mit dem Lustspiele Herr Burckhardt og hans Familiev auf, in welchem er sich Holberg zum Vorbild genommen hatte. Mit noch größerm Beifall wurden sein nächstfolgendes Lustspiel Flyttedageno (1828) und das Vaudeville „Arvingernes (1829) gegeben. Mehr zu den Charakterstücken gehörte das Lustspiel CEmmav, das er nachher mit den beiden ersten unter dem Titel „Lystspil af H.» (Kopenh. 1832) herausgab. In „Gsengangerbreve, eller poetiske Epistler fra Paradiiso (1830), einer in Form und Ton sich an Baggesens «Epistleno anschließenden polemischen Dichtung, geißelt H. die Geschmacklosigkeit und das Spießbürgertum in der Litteratur und Kritik. Mit „Amors Geniestregery (1830), einem lyrischen Lustpiel und dem ersten gereimten Konversationsstück in der dän. Litteratur, wurde ein positiver Fortchritt in der von Holberg vorgezeichneten Bahn in Komödie bewirkt. Dieselbe Richtung verfolgte er in Anonym Nytaarsgavey (1832) und Foraars-Nytaarsgavey (1833). Mit vielem Erfolg hat sich H. auch dem Gebiet der nordischen Romantik zugewandt in der Tragödie Svend Dyrings Huusv (1837), dem Schauspiel Svanehammeny (1841) und der Dichtung «Tyrfingo (Kopenh. 1849). Einen über sein Vaterland hinausreichenden Ruf erwarb sich H. durch sein lyrisches Drama König Renés Tochter» (1846; deutsch im Versmaß des Originals von Leo, 13. Aufl., Lpz. 1880, und von Bresemann, 9.Aufl., Berl. 1877). Von H.' übrigen dramatischen Arbeiten (gesammelt 14 Bde., Kopenh. 1853—65), deren er überhaupt 40 geliefert, sind noch hervorzuheben: Sparekasseno (1836), eins der besten neuern dän. Lustspiele; „Scheich Hassanv (1851), «De Deportereden (1853), «Indquarteringen (deutsch zusammen mit dem Lustspiel Die Versuchung, Lpz. 1853); ferner die Vaudevilles „Debatten i Politivennenv und De Fattiges Dyrehavey und die Lustspiele En Cuurmethoden und „(Advocaten og hans Myndlingv. Von seinen romantischen Schauspielen sind noch zu nennen: Ninond (1848), (Toniettap (1849), «Offerety (1853) und Den Yngstey (1855). Die Komödie Hundrede Aaro (1849) war gegen die mangelhafte Leitung des Hoftheaters zu Kopenhagen gerichtet. Von H. novellistischen Arbeiten zeichnen sich besonders aus die „Stemninger og Tilstanden (Kopenh. 1839), in denen er seine Lebensanschauungen in humoristischer Weise 1858) und die „Eventyr og Fortällinger» (1862). Eine Sammlung seiner lyrischen Poesien hat er selbst (4 Bde., Kopenh. 1857—62) veranstaltet. Eine deutsche übertragung von H.“Gesammelten Schriften (Bd. 1—3, Lpz. 1848) haben Leo und Bendir begonnen. H. starb zu Kopenhagen 25. Febr. 1870,

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 163Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6