Hetze oder Hatz heißt im allgemeinen eine jede Jagd, bei der das Wild durch Hunde gefangen wird. In der Jagdterminologie wird jedoch H. streng genommen nur für das Fangen des Schwarzwildes und der Raubtiere mittels Hunden gebraucht. Das Hetzen des nützlichen Wildes durch Hunde heißt Parforce-Jagen. Zur Bärenhetze werden vorzüglich deutsche und poln. Jagdhunde und etzhunde verwendet. Letztere sind entweder ären⸗ oder Bullenbeißer, engl. Doggen oder dän. Blendlinge. Zur Sauhetze bedient man sich hauptber 0 der großen, flinken Rüden (Saurüden) und er Blendlinge; zur Fuchshetze, die vorzüglich in England in großem Ansehen steht und in neuerer Zeit auch auf dem Kontinent wieder in Aufnahme gekommen ist, der Bracken (fox-hounds). Fast ebenso beliebt ist in England die Otternhetze, zu der verschiedene Arten kleiner mutiger, meist langhaariger Hunde gebraucht werden. H.nennt man auch die Anzahl der Hunde, die gemeinschaftlich an eir Stück Wild gehetzt werden. Hatzmann heißt der Hundeführer, der einen oder zwei Hunde zur H. führt; er ist atzfertig, wenn er die Schleifen an der Hatzleine aufgezogen hat. Der Ausdruck Hatz bern ——3 ausschließlich für die H. auf Schwarzwild enutzt. Hetzer (Ludw.), ein Wiedertäufer der Reformationszeit, geb. um 1500 zu Bischofszell im Kanton Thurgau, erwarb sich zu Freiburg i. Br. eine tüchtige, gelehrte Bildung. Als Kaplan zu Wädenschwyl am Zürichersee schloß er sich an Zwinglis Reformbestrebungen an und schrieb 1523 eine Flugschrift gegen die Verehrung der Bilder. Wegen seiner Hinneigung zu den Wiedertäufern aus Zürich verwiesen, ging H. 1525 nach Augsburg, 1526 nach Straßburg. Hier trat er mit Joh. Denk in Verbindung und schrieb seine Übersetzung der Propheten (1527). Auch aus Straßburg vertrieben, ließ sich H. nach mancherlei Irrfahrten in Konstanz nieder und erlitt am 4. Febr. 1529 wegen Bigamie den Tod durch das Schwert. Vgl. Keim in den Jahrbüchern für deutsche Theologiep (1856).