FeedHiel (Emanuel)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hiel (Emanuel), der bedeutendste Lyriker der neuern vläm. Litteratur, geb. 30. Mai 1834 zu Dendermonde in Ostflandern, war zuerst zum Buchhändler bestimmt, trat aber später in die Steuerverwaltung und fungierte dann im Ministerium des Innern. Er wurde 1867 Professor der niederländ. Deklamation am Konservatorium zu Brüssel, 1869 zugleich Bibliothekar des königl. Industriemuseums daselbst. H.s erste lyrische Publikation: (Loowekens by onze stambroeders de Hoogduitschers geplukto (ABlätter bei unsern Stammbrüdern den Hochdeutschen gepflückte, Brüss. 1859), zeigte schon die Tendenz einer möglichst engen Annã — des vläm. Stammes an das Deutschtum. Außer diesen lyrischen Dichtungen übertrug er aus dem Deutschen ins Vlämische Ella, Lustspiel von Wolfg. Müller von Königswinter (Gent 1864), sowie das Monodram serner aus von Franz Kugler (Denderm. 1867), ferner aus dem Englischen Dorav von Tennyfon (Antw. 1871) und mehreres aus dem Französischen. Von seinen Originaldichtungen sind zu nennen die Cantate De Heldenstam (Gent 1859), die preisgekrönte Hymne De Windo (Brüss. 1864) und die Oratorien Lucifero und De Scheldes, beide von Benoit in Musik gesetzt. Ahnliche Dichtungen sind: „Isab (Antw. 1865) und Ala Hassand (Antw. 1869), das Deklamatorium «Breidel en de Coninco (Antw. 1876) und das lyrisch-dramatische Gedicht Jacobaea van Beierend (Antw. 1867). Wichtiger als diese dramatischen sind H.s lyrische Dichtungen: Nieuve Liedekenso (Gent 1861), „Gedichten (Gent 1863), Gedichteno (Arnheim 1868), De liefde in het levend (Antw. 1871), „(Gedichteno (Lpz. 1874). Außerdem veröffentlichte er eine große Anzahl litterarhistor. und publizistischer Arbeiten und zahlreiche Lieder und Zeitgedichte, meist für vläm. Zeitschriften. Hierher gehören wegen ihres deutschfreundlichen Charakters die während des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870und 1871 in der Zweepo erschienenen Duitsche Krijgs- en Vaterlandsliederno. Eine Auswahl seiner Gedichte erschien unter dem Titel Gedichtenv als erster Band einer Nederlandsche Bibliotheeko (Lpz. 1874) Hiämal (lat.), winterlich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 218Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 9

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6