FeedHiddemann (Friedr.)
MusikBrockhaus 1882

Hiddemann (Friedr.), namhafter Genremaler, eb. 4. Okt. 1829 in Düsseldorf als Sohn eines Musikers. Ein kränkliches Knabenalter hinderte ihn anfangs vielfach am Studium, welches ihm in künstlerischer Richtung zuerst durch den möglicht beim Maler und Bildhauer Götting ermöglicht wurde. Die akademische Lehrzeit begann H., nachdem er anfangs die Lithographie betrieben hatte, 1848 beim Professor Hildebrandt, trat nach drei fangs in die Schule Schadows über, wo er anangs Historienmalerei betrieb, dann jedoch das volkstümliche Genre als seine Hauptrichtung erkannte und eifrig kultivierte. Unter seinen ersten Bildern wurde besonders der Besuch im Kerker beifällig aufgenommen. Es folgten nun Reisen nach der Schweiz, Belgien, Holland und Frankreich. H. ist ein humorvoller Darsteller des Dorflebens, wie seine vorzüglichen Bilder: der Dorfarzt, das westfäl. Begräbnis u. a., beweisen. Auch historisch gefärbte Genrebilder, wie die Werber Friedrichs d. Gr., gelingen ihm trefflich. Auf der wiener Weltausstellung trat H. mit dem Picknick auf; in seinem Schiffbau im kleinen erinnert er an Rud. Jordan (Schloß Babelsberg bei Potsdam); caus vergangenen Zeiteno wurde von Dinger gestochen, das Dilettantenquartett von Professor Prossin (Original in der Galerie zu Königsberg). 1 Fache der Illustration machte er sich durch seine auch im Holzschnitt erschienenen Zeichnungen zu Fritz Reuters

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 218Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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