Hinrichs (Herm. Friedr. Wilh.), namhafter Philosoph und polit. Schriftsteller, geb. 22. April 1794 zu Karlseck im Großherzogtum Oldenburg, besuchte das Gymnasium zu Jever, studierte 1812 in Straßburg Theologie, seit 1813 in Heidelberg die Rechte, wandte sich aber, als Hegel 1816 in Heidelberg seine Wirksamkeit begann, den philos. Studien zu und wurde ein begeisterter Anhänger des Hegelschen Systems. In seiner ersten bedeutenden Schrift „Die Religion im innern Verhältnis zur Wissenschafte (Heidelb. 1822), suchte er die religiöse Wahrheit mit der philos. Gewißheit zu vermitteln. Schon 1819 hatte sich H. in Heidelberg als Privatdocent habilitiert; 1822 erhielt er eine außerord. Professur der Philosophie in Breslau und 1824 wurde er als ord. Professor der Philosophie nach Halle berufen. Er starb 17. Aug. 1861 zu Friedrichroda in Thüringen. Die Hauptwerke H. sind die „Grundlinien der Philosophie der Logiko (Halle 1826) und die „Genesis des Wissenso (Bd. 1, Heidelb. 1835). In den Werken: Das Wesen der antiken Tragödier (Halle 1827), Vorlesungen über Goethes Fausty (Halle 1825) und „Schillers Dich— tungen nach ihrem bande Zusammenhango (2 Bde., Lpz. 1837—38) behandelte er ästhetische Probleme in gründlicher, aber wenig populärer Weise. Von seinen polit. Schriften sind zu nennen: die Polit. Vorlesungenv (2 Bde., Halle 1844), Geschichte der Rechts⸗ und Staatsprinzipien seit der Reformation bis auf die Gegenwarto (3 Bde., Lpz. 1848—52) und „Die Könige. Entwickelungsgeschichte des Königtums von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwarto (Lpz. 1852).