Hundeshagen (Karl Bernh.), prot. Theolog, wurde 30. Jan. 1810 zu Friedewald bei Hersfeld geboren, Sohn des vorigen, studierte zu Gießen und Halle, habilitierte sich 1831 in Gießen und ward 1834 außerord. Professor der Theologie in Bern. Hier veröffentlichte H. unter anderm Die Konflikte des Zwinglianismus, Luthertums und Calvinismus in der bernischen Landeskirche 1532—589 (Bern 1842) und Der deutsche Protestantismus, seine Vergangenheit und seine heutigen Lebensfragene (Frankf. 1846; 3. Aufl. 1849). Im J. 1847 ging H. als ord. Professor nach Heidelberg, wo er „Die Bekenntnisgrundlage der vereinigten evang. Kirche im Großherzogtum Badeno» (Frankf. 1851), „Das Prinzip der freien Schriftforschung in seinem Verhältnis zu den Symbolen und der Kircher (Darmst. 1852), «liber die Natur und die geschichtliche Entwickelung der Humanitätsidee (1852) und Beiträge zur Kirchenverfassungsgeschichte und Kirchenpolitik, insbesondere des Protestantismuso (Bd. 1, Wiesb. 1864) veröffentlichte. Auch gab er unter dem Titel Der Weg zu Christon (Frankf. 1853) eine Sammlung von Missionsvorträgen heraus. Im J. 1865 ubernahm H. mit Riehm in Halle die Redaction der «Theol. Studien und Kritikeno. H. wurde 1867 als Professor der Kirchen- und Dogmengeschichte nach Bonn berufen und starb daselbst 2. Juni 1872. Christlieb veröffentlichte aus H.s Nachlaß „Ausgewählte kleinere Schriften und Abhandlungeno (2 Bde., Gotha 1874 —75).