Hippomäne, Pflanzengattung aus der Fa— milie der Euphorbiaceen. Die wenigen im tro— pischen Amerika einheimischen Arten sind Bäume, die wegen ihres scharfen und giftigen Milchsaftes bekannt sind. Derselbe wird von den Indianern zum Vergiften der Pfeilspitzen benutzt. Am berühmtesten ist H. Mancinella L., der Manschi— nellen⸗ oder Manzanillobaum der Antillen. Er gleicht einem Birnbaum, hat eine glatte, graue Rinde, langgestielte, eiförmige, spitze Blätter, grünliche männliche Blüten in zusammengeknäuelten Gruppen, unter denen die weiblichen einzeln stehen, und apfelförmige, gelb- und rotbäckige Früchte mit weißem Samen, die sehr verführerisch aussehen, aber äußerst giftig sind. Angeblich soll schon die Ausdünstung dieses Baums vergiftend wirken oder wenigstens schädlich sein. Fischen und Krebsen schadet die Frucht nicht; doch wird der Genuß solcher Tiere dann dem Menschen nachteilig. Den Saft der Frucht wendet man in Westindien als Atzmittel gegen Hautausschläge an. Doch ist dort dieser Baum jetzt selten geworden, weil die Regierungen seine Ausrottung seiner großen Schädlichkeit wegen schon seit geraumer Zeit anbefohlen haben.