FeedWetter- oder Eis-Klüffte
PflanzenreichRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Wetter- oder Eis-Klüffte, Heissen bey den Forst-Verständigen, wenn ein Baum in starcken Frösten von der Kälte dergestalt von einander gezogen wird, daß er, wie ein zerfroren Ey von den Aesten an bis an die Wurtzel zerbörstet und zerreisset, welcher Riß hernachmals in der Safftzeit mit Saffte in der Schale wiederum anläuft, und zuwächset, daß es eine sichtbare Rieffe oder Schärffe giebt, welche aus dem Baume auswächset, daß solcher gestalt, weil dieser Riß, mehrentheils in den Kern gehet, ein dergleichen aufgerissener Baum zu nichts anders als zu Scheiten zu nutzen ist. Dieser Schaden aber ist mit einem bis in den Kern des Baums reichenden Bohrer, leicht zu erfahren, ob er in den Kern gehe oder nicht: Denn wenn man bohret, so zeigen die von dem Bohrer ausgeworfne Späne gar bald die Gesundheit oder Gebrechen des Stammes an, doch wird solches von den Forst-Bedienten nicht gerne verstattet.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2318–2319Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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