FeedHippönax
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hippönax, ein berühmter Jambendichter aus Ephesus, um 530 v. Chr., wurde wahrscheinlich wegen seiner kecken, schonungslosen, wiewohl, wie es scheint, unpolit. Spottgedichte von den Tyrannen seiner Vaterstadt vertrieben. Er begab sich hierauf nach Klazomenä. Da er häßlich war, so benutzten dies die Bildhauer Bupalos und Athenis zu einer karikierten Darstellung des Dichters, der sich nun durch die heftigsten Angriffe auf sie rächte. Daß jedoch die Künstler aus Verzweiflung darüber sich erhängt hätten, ist Sage. Er erfand für seine satirischen Gedichte eine besondere Art von Jamben, den choliambischen Trimeter, von ihm der hipponakteische Vers genannt. Doch schrieb er auch in Hexametern und im erhabenen epischen Tone Parodien, von denen sich namentlich ein Bruchstück erhalten hat, welches die Schilderung eines gefräßigen Menschen enthält. Die Fragmente des H. gab am vollständigsten Bergk in den «Poetae Iyrici Graeciv (2. Bd., 4. Aufl., Lpz. 1882) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 256Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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