Hippophagen, d. i. Pferdefresser, war nach dem Bericht des Ptolemäos der Name eines skyth. Volksstammes jenseit vom Imaus⸗(Thian-schan-Gebirge und eines sarmatischen nordöstlich vom Kaspischen Meere, wo noch gegenwärtig tatar. Völker nomadisieren und Pferdefleisch essen. In kultivierten Ländern hat man wiederholt Versuche gemacht, das Pferdefleisch als Nahrungsmittel einzuführen. Man stiftete zu dem Zwecke sog. Hippophagenvereine und neuerdings an vielen Orten förmliche Pferdeschlächtereien. Der Umstand jedoch, daß das Pferdefleisch einen abstoßend süßlich-widrigen Geschmack besitzt und daß das Pferd in den meisten Ländern ein zu wertvolles Tier ist, als daß es in seinem mittlern Lebensalter mit Vorteil als Schlachtvieh benutzt werden könnte, hat überall die allgemeine Einführung jenes Fleisches als Nahrungsmittel verhindert.