Hofrm., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für Hoffmann (Heinrich Karl Hermann) und für Hoffmann (Franz Georg). ö Hoffman (Charles Fenno), amerik. Schriftsteller und Dichter, geb. 1806 in der Stadt Neuyork, studierte auf dem dortigen Columbia College, praktiziertevon 1826an drei Jahreals Advokatund wandte sich dann ausschließlich der Litteratur zu. Zunächst redigierte er in Gemeinschaft mit Charles King den „New- Vork Americano und übernahm dann die Herausgabe des Knickerbocker Magazines, welches jahrelang die bedeutendste amerik. Monatsschrift war. Seine einzige Novelle Greyslaerv (erschienen 1840) ist unbedeutend und seine Gedichte (The vigil of faith and other poems o, 1844 u. 1874) sind mittelmäßig. Im J. 1850 geisteskrank geworden, lebte er seitdem in einem Irrenhaus. Hoffmann (Alexander Friedr. Franz), bekannter Volks⸗ und Jugendschriftsteller, geb. 21. Febr. 1814 zu Bernburg, besuchte das dortige Gömnasium, widmete sich dann dem Buchhandel, entsagte aber 1839 dem Geschäftsleben und hörte in Halle philos. und naturwissenschaftliche Vorlesungen. Nachdem er einige Jahre in Dessau gelebt, siedelte er 1855 nach Dresden über, wo er 11. Juli 1882 starb. Seine litterarische Thätigkeit begann er mit einer Bearbeitung der Märchen der Tausendundeine Nachto für die Jugend (5. Aufl., Stuttg. 1871), die ebenso wie einige Originalerzählungen sehr günstig aufgenommen wurden, sodaß er fortan seine chriftstellerische Thätigkeit ganz der Jugend⸗ und olksschriftenlitteratur widmete. H. hat seit 1840 weit über hundert verschiedene Erzählungen, Mär⸗ — u. s. w. veröffentlicht, die fast alle vielfache uflagen erlebten und mehrfach übersetzt wurden. Auch gab er seit 1846 den Deutschen Jugendfreundo, eins der besten Blätter seiner Art, heraus. Hoffmann (Andr. Gottl.), namhafter Theolog und Orientalist, geb. 13. April 1796 zu Welbsleben in der Grafschaft Mansfeld, nahm 1813 als reiwilliger Jäger an den Freiheitskriegen teil, studierte in Halle und ging 1822 als außerord. Professor nach Jena, wo er 1826 ord. Professor, 1828 Kirchenrat und 1843 Geh. Kirchenrat wurde. Er starb daselbst 16. März 1864. Sein Hauptwerk ist die Grammatica Syriacan (Halle 1827). Außerdem sind zu erwähnen: «Commentarius philologicoeriticus in Mosis benedictionemo (8 Programme, Halle, dann Jena 1822 fg.), die Umarbeitung von Warnekros' Entwurf der hebr. Altertümer» (Weim. 1832) und «Die Apokalyptiker der ältern Zeit unter Juden und Christeno (Bd. 1, Abtl. 1 u. 2, Jena 1833—38), das 95 Tabigte enthaltend. Während 1827—51 war H.s Thätigkeit meist der Redaction der Ersch und Gruberschen Allgemeinen Encyklopädier gewidmet, deren zweite Sektion er anfangs gemeinschaftlich mit Hassel und vom 8. bis zum 28. Bande allein fortführte. Hoffmann (Aug. Heinr.), gewöhnlich Hoff— mann von Fallersleben Kforaher deutscher Dahistet sowie verdienter Sprachforscher und Litterarhistoriker, geb. 2. April 1798 zu Fallersleben im Lüneburgischen, bezog, zu Helmstedt und Braunschweig vorgebildet, 1816 die Universität Göttingen, die er 1819 mit Bonn vertauschte. Anfänglich widmete er sich der Theologie, gab dieselbe aber bald auf und beschäftigte sich dann ausschließlich mit germanistischen und litterarhistor. Studien. Nachdem er von Bonn aus die Rheinlande und Holland zur Erforschung der Volksdichtung durch— reist und eine Zeit lang in Berlin gelebt, wurde er 1823 Custos an der Universitätsbibliothek in Breslau, welches Amt er 1839 niederlegte, 1830 außerord., 1835 ord. Professor der deutschen Sprache und Litteratur an der dortigen Universität. Infolge seiner Unpolit. Lieders wurde seine Absetzung 20. Dez. 1842 vom König auf Grund der Karlsbader Beschlüsse bestätigt. Während der nächsten Jahre führte H. ein wechselvolles Wanderleben durch ganz Deutschland, die Schweiz und Italien. Im J. 1845 erwarb er sich in Mecklenburg das Heimatsrecht. Seit 1848 in Preußen rehabilitiert, bezog er von da an das gesetzliche Wartegeld als Pension. Nachdem er sich 1849 verheiratet, lebte er am Rhein, zuerst in Bingerbrück, seit 1851 in Neuwied, bis er 1854 einer Einladung nach Weimar folgte, wo er mit Schade das Weimarische Jahrbuch' (Hannov. 1854 — 57) herausgab. Seit 1860 Bibliothekar des Herzogs von Ratibor, lebte er auf Schloß Korvei an der Weser, wo er in der Nacht vom 19. auf den 20. Jan. 1874 starb. In seinem Geburtsort wurde ihm 23. Nov. 1883 ein Denkmal (Obelisk) errichtet. IE H.s litterarische Thätigkeit ist teils wissenschaftlicher, teils dichterischer Art. Durch die erste gehört er zu den verdientesten Forschern auf dem Gebiete der deutschen Sprache und Litteratur, deren Kenntnis er ebenso sehr durch glückliche Funde wie durch gründliche Arbeiten gefördert hat. Unter seinen Leistungen auf dem Gebiete der altdeutschen Litteratur sind besonders hervorzuheben zunächst die Sammelwerke Horae Belgicaes (Bd. 1—12, Lpz. u. Berl. 1830 — 62), Fundgruben für . Dorl. deutscher Sprache und Litteraturo (2 Bde., Berl. 1830—37),«Altdeutsche Blättero(mit Haupt, 2Bde., Lpz. 1835—40), denen sich später die Spenden zur deutschen Litteraturgeschichtes (2 Bde., Lpz. 1845) und die Findlingey (2 Tle., Lpz. 1859—60) anschlossen. Von ganz besonderm Werte sind H.s „Geschichte des deutschen Kirchenliedes bis auf Luthero (Bresl. 1832; 3. Aufl., Hannov. 1861), Unsere volkstümlichen Liederd» (3. Aufl., Lpz. 1869), „Die deutschen Gesellschaftslieder des 16. und 17. Jahrhrs (2. Aufl., 2 Tle., Lpz. 1860), Lieder der Landsknechte unter Frundsberg (Hannov. 1868) und „Die deutsche Philologie im Grundriße (Bresl. 1836). Unter den Ausgaben älterer deutscher Schriftwerke sind namentlich „Reineke Vosv (Berl. 1834; 2. Aufl. 1852), die Monumenta Elnonensia» (Gent 1837) und Theophiluso (2 Bde., Hannov. 1853—54) von Bedeutung. Viele seiner Arbeiten verdanken ihren Ursprung seiner Vorliebe für die deutsche Volkspoesie, wie außer einigen der bereits genannten auch die Schles. Volkslieder mit Melodieno (Lpz. 1842) und die Niederländ. Volkslieder» (2. Aufl., Hannov. 1856). H.s eigene Dichtungen schließen sich aufs engste an das Volkslied und zeichnen sich aus durch echte Einfalt, Lieblichkeit und Innigkeit. Viele seiner Lieder sind im Volksmunde heimisch geworden. Erwähnenswert ist es auch, daß H., obgleich nicht musikalisch gebildet, doch zu seinen Liedern selbst anmutige Gesangweisen angibt. Außer den Gedichten (8. Aufl., Berl. 1874; Auswahl von Frauenhand, Hannov. 1862) sind insbesondere folgende Sammlungen hervorzuheben: Alamann. Liedery 65. Aufl., Mannh. 1843), Rheinleben»(Neuwied 1865),&Sol1852), Fünfzig Kinderliedery, Fünfzig neue Kinderlieders (Mannh. 1845), «Alte und neue Kinderliedero» (4 Hefte, Berl. 1873) u. s. w. Eine vollständige Ausgabe der Kinderliedero erschien 1877 (Berl.J. In anderer Richtung, aber auch schon durch ihre Melodien volkstümlich, bewegten sich die «Unpolit. Lieders (2 Bde., Hamb. 1840— 4ʃ0), welche, noch vor Herwegh, das größte Aufsehen erregten. Ihnen schließen sich an: Deutsche Lieder aus der Schweizv (Zür. 1843; 4. Aufl., Altona 1862) und Streiflichters (Berl. 1872). Eine eingehende Selbstbiographie veröffentlichte H. unter dem Titel: „Mein Leben. Aufzeichnungen und Erinnerungeno (6 Bde., Hannov. 1868 — 70). Nach seinemTode wurden von Wolf Briefe von H. von Fallersleben und Moritz Haupt an Ferdinand Wolfe (Wien 1874) herausgegeben. Vgl. Wagner, «H. von Fallersleben 1818689 (Wien 1869); Gottschall, Porträts und Studieno (Bd. 5, Lpz. 1876).