Hoffmann (Christoph Ludw.), berühmter mediz. Schriftsteller, geb. 1721 zu Rheda in Westfalen, studierte in Jena Medizin, wo er 1746 promovierte, und erhielt nachher die Stelle eines Professors der Medizin und Philologie in Burgsteinfurt. Später wurde er kurkölnischer und bischöfl. münsterscher Hofrat und Leibarzt und übernahm zugleich das Direktorat des mediz. Kollegiums zu Münster. Im J. 1787 kam er als kurmainzischer Geheimrat und Direktor des mediz. Kollegiums nach Mainz; dann lebte er mit dem Kurfürsten in Aschaffenburg und starb 28. Juli 1807 zu Eltville im Rheingau. H. hat sich sowohl durch seine Schriften als auch durch Aufstellung eines Systems einen ruhmvollen Namen erworben. Das letztere sollte eine Vereinigung der Humoral- mit der Solidartheorie sein. Den Grund der Krankheit suchte er in sauerer oder fauliger Verderbnis der Säfte, welche die auf verschiedene Art reizbaren festen Teile regelwidrig affiziere, und deshalb habe die Heilkunde vorzüglich nach Reinigung der Säfte zu streben, welche teils durch die natürlichen Absonderungen, teils durch künstliche Ausleerungen bewerkstelligt werde. Diese Lehre setzte er vorzüglich in seiner Schrift „WVon der Empfindlichkeit und Reizbarkeit der Teiler (Münst. 1779; 2. Aufl., Mainz 1792) auseinander. Von seinen übrigen Werken sind noch zu erwähnen: «Abhandlungen von den Pockeno (2 Bde., Münst. 1770—89), «über den Scharbock, die Lustseuche und die Ruhrv (Münst. 1782), Der Magnetist o (Frankf. u. Mainz 1787), gegen die magnetisierenden Betrüger geschrieben. Seine kleinern Werke gab Chavet als &Opuscula latina medici argumentis (Münst. 1789) und Vermischte mediz. Schrifteno (4 Bde., Münst. 1790—95) heraus.