Hohenlohe-Schillingsfürst (Gustav Adolf, Prinz zu), Kardinalpriester, Bruder des vorigen, geb. 26. Febr. 1823 zu Rothenburg an der Tauber, erhielt seine wissenschaftliche Vorbildung auf den Gymnasien von Ansbach und Erfurt, besuchte die Universität Bonn, wo er die Rechte studierte, und wandte sich dann zum Studium der Theologie auf den Universitäten Breslau und München. Im Herbst 1846 ging er nach Rom, trat 1847 in die Academia ecclesiastica, eine höhere theol. Lehranstalt, ein und ward im Jan. 1849 in Gaéta, wohin er dem Papst gefolgt war, zum Priester geweiht. Pius IX. ernannte ihn zu seinem Geheimen Kämmerer und später zu seinem Almosenier und Bischof von Edessa. In beiden Stellungen blieb H. bis zu seiner, 22. Juni 1866 erfolgenden Ernennun zum Kardinal. Nach der Einnahme Roms durth die ital. Truppen im Sept. 1870 nahm der Kardinal Urlaub und begab sich nach Deutschland, wo er mehrere Jahre verweilte. Der im Frühjahr 1872 efaßte Plan des Fürsten Bismarck, das Deutsche eich durch Kardinal H. als Botschafter bei der Kurie vertreten zu lassen, scheiterte an dem Widerspruch des Papstes, der diesen letzten entgegenkommenden Schritt der deutschen Regierung zurückwies. Der deutsche Gesandtschaftsposten bei dem päpstl. Stuhl blieb seitdem unbesetzt und wurde 1874 gänzlich aufgehoben; doch ging 1882 K. von Schlözer als preuß. außerordentlicher Gesandter beim Vatikan nach Rom. Im Febr. 1876 kehrte H. wieder nach Rom zurück und wurde im Mai 1879 zum Bischof von Albano ernannt. Im J. 1883 bat H. um die Enthebung von diesem Bistum; Papst Leo XIII. lehnte indes diese Bitte ab. (Leop. Alexander, Prinz von), bekannt als Wunderthäter, geb. 17. Aug. 1794 zu Kupferzell bei Waldenburg, erhielt den Exjesuiten Riel zum Lehrer, kam 1804 in das Theresianum nach Wien, 1868 auf die Akademie zu Bern, 1810 in das erzbischöfl. Seminar zu Wien, hierauf in das Seminar nach Tyrnau und 1814 nach Ellwangen, wo er seine Pries Studien beendete. Nachdem er 1816 zum riester geweiht worden, reiste H. nach Rom, wo er besonders mit den Jesuiten verkehrte und Mitglied der Herz-Jesu-Sodalität zum heil. Paul wurde; 1817 nach Deutschland zurückgekehrt, arbeitete er in München und Bamberg an der Verherrlichung und Erhebung der kath. Kirche. den J. 1821 kam H. nach Würzburg, erregte Aufsehen als Prediger und wurde bekannt mit dem als Wunderdoktor Hhausen. ten Bauern Martin Michel aus Unterwittighausen. Seitdem versuchte auch H. Wunderkuren und zog eine Menge Hilfsbedürftiger herbei. Als aber der Papst die Anerkennung versagte und die Polizei sich einmischte, zog sich H. nach sterreich zurück, ward 1825 Domherr zu Großwardein, 1829 Großropst, 1844 Titularbischof von Sardika. Anfangs etzte er auch hier seine Gebetskuren fort, dann wandte er sich der Abfassung ascetischer Schriften u. Die Revolution vertrieb ihn aus Ungarn, er arb 13. Nov. 1849 zu Vöslau bei Wien. Von seinen zahlreichen Schriften sind die merkwürdigsten: „Der im Geist der kath. Kirche betende Christv (Bamb. 1819; 3. Aufl., Lpz. 1824); die Rede Was ist der Zeitgeist? » (Bamb. 1821); „Die Wanderschaft einer Gott suchenden Seele allhier im Thränenthaleß (Wien 1830); Lichtblicke und Ergebnisse aus der Welt und dem Priesterlehen (Regensb. 1836). Seinen schriftlichen Nachlaß gab Brunner (Regensb. 1851) heraus. Vgl. (Paulus,) &Quintessenzeaus Anfang, Mitte und Ende der Wunderkurversuche, welche zu Würzburg und Bamberg durch Martin Michel und den Prinzen von H.⸗Schillingsfürst unternommen worden sind» (Lpz. 1822).