FeedHübner (Jos. Alexander, Freiherr von)
GeschichteBrockhaus 1882

Hübner (Jos. Alexander, Freiherr von), österr. Diplomat, geb. 26. Nov. 1811 zu Wien, machte seine Studien auf der dortigen Universität, trat 1833 bei der Staatskanzlei ein, war seit 1837 ein Jahr hindurch Attaché der österr. Gesandtschaft in Paris, dann wieder in Wien und seit 1841 erster Gesandtschaftssekretär in Lissabon. H. ging 1844 nach Leipzig, als erster Generalkonsul für Sachsen. Nach Ausbruch der franz. Februarrevolution ward er dem Erzherzog Rainer, dem damaligen Statthalter der Lombardei zu Mailand, zur Führung der diplomatischen Korrespondenz beigegeben. Vom Fürsten Schwarzenberg mit der diplomatischen Korrespondenz im Auswärtigen Amte betraut, erhielt er im März 1849 eine außerordentliche Mission nach Paris, und einige Monate darauf erfolgte seine Ernennung zum bevollmächtigten Minister bei dem Präsidenten der franz. Republik, welche Stellung er auch nach Errichtung des neuen Kaiserthrons bis zum Kriege von 1859 behielt. Mit dem Ausbruch des Kriegs zwischen Frankreich und Ssterreich kehrte H. nach Wien zurück, erhielt aber bald darauf eine außerordentliche Mission nach Neapel. Nachdem er sodann einige Monate als österr. Gesandter zu Rom gewirkt, trat er 22. Aug. 1859 auf kurze Zeit als Polizeiminister in das neugebildete Kabinett ein. Ende Sept. 1865 übernahm er wieder den Gesandtschaftsposten zu Rom, trat jedoch 1868 von dieser Stelle zurück und damit aus dem Staatsdienste. Seit jener Zeit hat H.uein großes Werk: «Sixtus IV.„ (2 Bde., Lpz. 1871), herausgegeben und dann eine Reise um die Erde unternommen, deren Erlebnisse er in dem auch französisch erschienenen Werke niedergelegt hat: „Ein Spaziergang um die Welty (2 Bde., Ipz. 1874; 2. Aufl., 3 Bde., Lpz. 1875). Seit Okt. 1879 in das Herrenhaus des österr. Reichsrats als Mitglied auf Lebenszeit ernannt, ist er regelmäßig seither in die Delegation gewählt worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 426Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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