FeedHomologe
NaturlehreBrockhaus 1882

Homologe Körper nennt man in der organischen Chemie solche Verbindungen, welche unter sich ähnliche Eigenschaften besitzen und sich in ihrer Zusammensetzung durch einen Mehr⸗ oder Mindergehalt von u CIHI, unterscheiden. Es lassen sich hiernach die meisten der bekannten Verbindungen in Reihen ch and, at deren einzelne Glieder unter sich ähnlich sind, aber doch wieder ganz bestimmt ausgesprochene Verschiedenheiten besitzen. Die Glieder dieser Reihen entstehen, indem in dem Radikal des Anfangsgliedes ein Atom Wasserstoff durch Methyl vertreten wird, wodurch ein neues Radikal entsteht, in welchem wieder ein Atom Wasserstoff durch Methyl ersetzbar ist u. s. f. So z. B.: CH202 oder HCOOH Ameisensäure oder Carbon-C2H4HO2 oder CH3 CO0H Essigsäure oder Methyl-C3H602 oder CHe CHIA COOH Propionsäure oder Athyl-C4H302 oder CHH CHA COOH Buttexsäure oder Propyl-Eine gleiche homologe Reihe bilden die Alkohole: CHHO oder H3 OH Methylalkohol oder Carbinol, CHE60 oder H2 Ha 0OH Athylalkohol oder Methylcar-Gleiche homologe Reihen finden sich bei allen Abkömmlingen dieser Verbindungen, bei den Kohlenwasserstoffen, bei den Aldehyden, bei den Säurechloriden, bei den Athern, bei den Ammoniaken u.s. f. Aber nicht alle Körper, welche eine Zusammensetzungsdifferenz von u (Ue zeigen, gehören derselben homologen Reihe an, es ist vielmehr immer Bedingnis, daß das wasserstoffersetzende Methyl in das Radikal eintrete. So z. B. unterscheiden sich der Methylalkohol CH.0 und der Methyläther C½HSO ebenfalls durch die Differenz CHa, beide sind aber nicht homolog, der Methylalkohol ist CH,OH, der aRerl CH„0OCHg. In letzterm substituiert das Methyl nicht ein Wasserstoffatom des Radikals, sondern ein Wasserstoff des Hydroxyls. AÄhnliche Beispiele ließen sich in Menge aufführen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 375Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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