FeedHube (Romuald, Edler von)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Hube (Romuald, Edler von), poln. Rechtsgelehrter, geb. 7. Febr. 1803 in Warschau, besuchte das Gymnasium in Krakau, studierte die Rechte und Philosophie in Warschau und Berlin und wurde 1825 Lektor der Rechtsgeschichte, 1829 ord. Professor des Kriminalrechts an der warschauer Universität. Nach Aufhebung dieser Anstalt 1832 war H. Staatsanwalt, wurde jedoch schon ein Jahr später als Mitglied in die gesetzgebende Kommission für das Königreich Polen nach Petersburg berufen. Im J. 1842 wurde H. zum russ. Staatsrat ernannt und der Kanzlei des Kaisers für Gesetzgebung zugeteilt, und war Hauptredacteur des neuern russ. Kriminalgesetzbuchs. Im J. 1846 begleitete H. den Grafen Bludoff, welchem eine Spezialmission beim päpstl. Hofe anvertraut worden war, nach Rom, ward 1850 Geheimrat und Senator des Kaiserreichs, 1856 Präsident der Codifikationskommission für das Königreich Polen und nach Auflösung derselben 1861 Generaldirektor der Kommission für öffentliche Aufklärung und geistliche Angelegenheiten, 1862 Mitglied des damaligen Staatsrats in Warschau. Nachdem ihm nochmals 1867 mit dem Grafen Bludoff eine Spezialmission in Rom übertragen worden war, wurde H. 1868 zum Wirkl. Geheimrat, 1877 zum Mitglied des Reichsrats in Petersburg ernannt. Er lebt teils auf seinem Gute in Radomsk, teils in Warschau und Rom. H. schrieb (meist in poln. Sprache): «Über Strafrechtstheorien⸗ (1828), Poln. Kriminalisten (1830), 4Grundsätze des Strafrechtso (1830), Loi Saliquer (Warschau 1867), Histoire de la formation de la loi Bourguignonner (Par. 1867), Droit romain et grêco- ö byzantin chez les peuples Slavesv (Par. u. Toulouse 1880), „Das poln. Recht im 13. Jahrh. v (1874), Poln. Recht im 14. Jahrh.: die Gesetzgebung Casimirsv (1881). Sein Bruder, Joseph H., geb. 18. März 1805 in Warschau, studierte in Krakau, Berlin und Paris und wurde 1830 zum Professor der allgemeinen Rechtsgeschichte an der warschauer Universität erwählt. 95 J. 1833 begab er sich auf Reisen, widmete sich dem geistlichen Stande und lebte teils in Paris, teils in Rom. Einen Teil seiner preisgekrönten Schrift ber das slaw. Erbrecht gab Romuald 0 heraus lübersetzt von C. Zupaüski: (Geschichtliche Darstellung der Erbfolgerechte der Slawenv, Posen 1836). H. ist einer der Stifter der Congregatio Resurrectionis und war auch 1847 —553 Vorsteher derselben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 422Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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