Howard (John), engl. Philanthrop, geb. 2. Sept. wahrscheinlich 1726 zu Hackney in der Nähe von London, war zuerst Kaufmann. Das Erdbeben in Lissabon veranlaßte ihn, sich nach Portugal einzuschiffen; allein das Schiff wurde von einem franz. Kaper genommen und er kriegsgefangen nach Brest gebracht. Hier war er Augenzeuge von den Leiden der Kriegsgefangenen und veranlaßte nach seiner Rückkehr nach England die Regierung, Maßregeln zu treffen, um das Los der Gefangenen zu verbessern. H. ging 1765 auf sein väterliches Gut Cardington, in der Nähe von Bedford, und wurde 1773 zum Sheriff der Grafschaft Bedford gewählt. Nachdem er als solcher den Zustand der dortigen Gefängnisse genau hatte kennen lernen, erstattete er darüber 1774 einer Parlamentskommission Bericht, welcher zwei Gesetze zu Gunsten der Gefangenen zur Folge hatte. Hierauf setzte er seine Untersuchungen über die Gefängnisse in England fort; das Ergebnis veröffentlichte er in seinem „State of the prisons in England and Wales (Warrington 1777; verbesserte Ausg. 1784; deutsch im Auszuge von Köster, Lpz. 1780). Zu gleichem Zwecke unternahm er seit 1775 521510. Reisen nach dem europ. Kontinent und nach Nordamerika und gab dann seinen wichtigen Account of the principal lazarettos in Europer (Lond. 1789; deutsch mit Zusätzen von Ludwig, Lpz. 1791) heraus. Um in Asien die Pest kennen zu lernen, unternahm er 1789 eine neue Reise. Zu Cherson im südl. Rußland von einer epidemischen Krankheit angeteckt, starb er daselbst 20. Jan. 1790. Ein kleiner belisk in der Nähe von Cherson bezeichnet sein Grab. Auch in der Paulskirche zu London ist ihm ein Denkmal errichtet. Delille hat ihm ein Ehren-Hiochtnert in dem Gedicht La pitién gestiftet. och jetzt besteht zur Erinnerung an H. ein für die Verbesserung der Gefängnisse und die Abschaffung der Todesstrafe wirkender Verein: die Howard-Association. Vgl. Dixon, H. and the prison world of Europen (5. Aufl., Lond. 1854); Field, „Correspondence of H. (Lond. 1855); Brown, „Memoirs of the public and private life of John H., the philanthropisto (2. Aufl., Lond. 1823).