Howard (Katharina), Gemahlin König Heinrichs VIII. von England, geb. um 1520 als Tochter Edmund H.s, aus dem Geschlecht der Norfolk, gewann die Gunst Heinrichs VIII., als dieser sich freud vierten Gemahlin Anna von Kleve zu entremden anfing. Nachdem er sich von dieser geschieden hatte (9. Juli 1540), heiratete er schon 8. Aug. die schöne und gefällige H. Sie waren 15 Monate vermählt, als ein völliger Bruch eintrat. Auch diesmal war der Vorwand für Heinrich, wie bei Anna Boleyn, die Untreue seiner Gemahlin; vielleicht mit mehr Grund als bei jener. Es liefen Denunziationen gegen Katharina ein, welche durch die Bekenntnisse der angeblichen Liebhaber und der Königin selbst Bestätigung fanden. Wenigstens wird man annehmen dürfen, daß Katharina vor ihrer Ehe sich Ausschreitungen hat zu schulden kommen lassen. Dabei müssen aber doch auch politische Gegensätze hineingespielt haben, vielleicht der Einfluß der mit Anna von Kleve verdrängten Partei, vielleicht aber auch derjenigen, die, wie die Norfolks, in Katharina ein Werkzeug ihrer Hand erwartet hatten, aber mit ihr zerfallen waren. Katharina starb auf dem Schafott (12. Febr. 1542); mit ihr ihre zwei angeblichen Liebhaber, mehrere Howards und Lady Rochford, welche ihr Verhältnis zu diesen beiden begünstigt haben sollte. R. von Gottschall hat das Schicksal Katharinas dramatisch bearbeitet.