Hrabanus (Rabanus) Maurus, einer der bedeutendsten Theologen des 9. Jahrh., geb. 776 zu Mainz, erhielt seine Erziehung im loster Fulda, trat hier in den Benediktinerorden ein und wurde 801 zum Diakon geweiht; 802 ward H. zu seiner weitern Ausbildung nach Tour gesandt zu Alkuin, welcher ihm nach einem Lieblingsschüler des heil. Benedikt den Beinamen Maurus gab. Nach seiner Rückkehr, 803, Üübernahm H. zusammen mit Samuel, späterm Bischof von Worms, die Leitung der Klosterschule zu Fulda, welche er zu hoher Blüte erhob. Im J. 814 wurde H. Priester, 822 Abt des Klosters; 842 legte H. sein Amt als Abt nieder und zog sich auf den Petersberg bei Fulda zurück, wurde 847 zum 350 i ADise Mainz erhoben und starb 4. Febr. 856 zu inkel im Rheingau. H. war mit Eifer und Erfolg bemüht um Verschärfung der Klosterdisciplin, Vermehrung der Klöster, Kirchen und Reliquien, allgemeine Einführung der deutschen Predigt und strenger kirchlicher Zucht. Als theol. Schriftsteller verfaßte H. Kommentare über die meisten biblischen Bücher, deren Wert auf der sorgfältigen Wiedergabe der Auslegungen älterer Väter, besonders des Hieronymus, Augustin und Gregor d. Gr. beruht. Der Erbauung dienen zwei Sammlungen von Homilien und die Schrift De ridendo Deov. Zahlreiche Schriften dienen der Unterweisung der Kleriker und der Einschärfung der kirchlichen Disciplin. Auch viele Gedichte sind von ihm überliefert. Seine Werke, größtenteils theol. Inhalts, gab Colvenerius (6 Bde., Köln 1627) heraus, wiederholt in Mignes Patrologiev (Bd. 107—112). Sein Leben hat der sehr unzuverlässige Abt Joh. von Trittenheim im Anfang des 16. Jahrh. beschrieben. Vgl. Bach, «Hrabanus Maurus, der Schöpfer des deutschen Schulwesensy (Fulda 1835); Kunstmann, «Hrabanus Magnentius Maurus» (Mainz 1841); Spengler, (Leben des heil. Rhabanus Maurusv (Regensb. 1856).