Huber, Familienname zweier ausgezeichneter Naturforscher. Der Vater, Franz H., geb. zu Genf 2. Juli 1750, erblindete bereits im Jünglingsalter, zum Teil infolge angestrengten Studierens, fand aber an Aimee Lullin eine ausgezeichnete Gattin, mit welcher er 40 Jahre in der glücklichsten Ehe lebte. Durch Charl. Bonnet auf die Dunkelheiten in der Naturgeschichte der Bienen aufmerksam gemacht, unternahm es der Blinde, dieselbe aufzuklären, indem er seinem Bedienten, Franz Burnens, und später seinem Sohne die schwere Kunst des Beobachtens lehrte. Sinnreich ausgedachte Bienenstöcke von Glas dienten dazu, die Tierchen zu belauschen. Aus den übereinstimmenden Beobachtungen seines Bedienten und anderer Freunde, die an seinen Studien teilnahmen, zog er die Ergebnisse, die er zuerst in Briefen an Bonnet unter dem Titel „Nouvelles observations sur les abeilleso (1792) veröffentlichte. Als Burnens eine anderweite Versorgung erhielt, bernahmen zunächst H.s Gattin und dann Burnens Sohn das Geschäft des Beobachtens. Mit Sennebier, den er bei den Untersuchungen über das Atemholen der Biene zu Rate zog, machte er dann die Beobachtungen über das Keimen der Samen, die in dem 4„Mémoire sur Linfluence de Pair et des diverses substances gazeuses dans la germination de différentes planteso (Genf 1801) niedergelegt sind. Seine spätern Beobachtungen über die Bienen Garit sich in der neuen Ausgabe der erwähnten Schrift (2 Bde., Par. u. Genf 1814). In Genf grundete H. die Gesellschaft fur Physik und Natureschichte. Zuletzt lebte er bei seiner Tochter in Pucn bei Genf, wo er 21. Dez. 1831 starb. Jean Pierre H., Sohn des vorigen, geb. 23. Jan. 1777 in Genf, gest. 22. Dez. 1840 in Mverdon, hat eine Reihe von Beobachtungen über die Lebensart verschiedener Insekten (Hummeln, wilde Bienen, Käfer, Blattwespen u. s. w.) veröffentlicht und sich seinem Vater gleichgestellt durch seine «Untersuchungen über die Lebensart der eindan chen Ameisen», &Recherches sur les mœurs es Fourmis indigênes (Par. 1810), die noch heute die Grundlage unsers Wissens über diesen Gegenstand bilden.