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ErdkundeBrockhaus 1882

Hudson, der Hauptfluß des nordamerik. Staates Neuyork, benannt nach Henry Hudson (s. d.), der ihn 11. Sept. 1609 entdeckte, entsteht in dem Adirondacgebirge in etwa 1200 m Höhe aus zwei Flüssen, die sich 65 EKm unterhalb ihrer Quellen vereinen. Nach einem südl. Laufe nimmt der Fluß den von Südwesten kommenden Sacandaga auf, wendet sich dann bei den Jessupsfällen ostwärts und nimmt, nachdem er bei den Hadleyfällen abermals einen großen Bogen beschrieben, bei den Glensfällen eine südliche Ua5pon an, die er bis zu seiner Mündung in die Bai von Neuyork beibehält. Der H. ist nur etwa 500 km lang, aber eine der wichtigsten Wasserstraßen der Vereinigten Staaten. Von den Glensfällen an läuft er in der merkwürdigen Erdspalte, welche die Acadian-Mountains oder die Berge von Neuengland von den übrigen Appalachen (s. d.) trennt und sich nordwärts durch den Champlainsee und das Thal des Richelieu bis zum St. Lorenzstrom geradlinig fortsetzt. Von den Glensfällen bis Troy zeigt er noch viele Stromschnellen, dann aber tritt er als breiter, tiefer Strom auf, der von Albany an 550—600 m, an vielen Stellen viel breiter wird und im untern Laufe seeartige Erweiterungen hat. Sein Fall ist in dieser Erdsenke so gering, daß Ebbe und Flut bis über Albany (240 km von der Mündung) hinaufreichen. Bis zur Stadt Hudson (1880 mit 8669 E.), 195 km oberhalb Neuyork, ist er für Seeschiffe fahrbar, und große Dampfschiffe können bis Albany hinaufgehen, Schaluppen sogar bis nach Troy, 255 km von der Mündung, und mittels einer Schleuse noch 13 Km weiter bis nach Waterford an dem Einfluß des von Westen kommenden Mohawk, des einzigen beträchtlichen Nebenflusses, den der H. außer dem Sacandaga aufnimmt. Der Mohawk verbindet den H. mittels des Erie⸗ und Onondagakanals mit dem Erie⸗ und Ontariosee, während ein anderer Kanal die Verbindung mit dem Champlainsee und Canada, der Delaware-⸗ und Hudsonkanal mit der bertelen. B. Pennsylvaniens und dem Delaware herstellen. Vor seiner Mündung in den Atlantischen Ocean bildet er die geräumige und tiefe innere und äußere Bai von Neuyork, welche dieses zu einem der ersten Häfen der Welt macht. Die Stadt Neuyork liegt an seinem linken Ufer und wird im Osten von einem seiner Arme, dem sog. Cast-River, bespült; sie verdankt dem H. den größten Teil ihrer Blüte. Vgl. Bruce, «The H.v (Boston 188).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 428Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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