FeedHügel
AllerleiBrockhaus 1882

Hügel (Karl Alexander Anselm, Freiherr von), Reisender und Naturforscher, geb. 25. April 1796 zu Regensburg, studierte seit 1811 zu Heidelberg die Rechte und trat dann als Offizier in die österr. Armee, focht 1814 und 1815 mit in Frankreich und Italien, nahm 1821 an der Expedition nach Neapel teil und blieb hier als Attaché der österr. Gesandtschaft bis 1824. Darauf nahm H. als Major den Abschied, um sich zu Wien und Hietzing dem Studium der Naturwissenschaften zu widmen, und trat 1830 eine siebenjährige Reise an, die ihn bis nach Neuseeland führte und auf der er namentlich Ostindien durchforschte. Seine Sammlungen wurden den kaiserl. Kabinetten und der Hofbibliothek zu Wien einverleibt. Einen Teil seiner Reise schilderte H. selbst in KKaschmir und das Reich der Sikhsy (4 Bde., Stuttg. 1840—42). Die naturgeschichtlichen Ergebnisse derselben wurden ebenfalls nur teilweise von Endlicher, Heckel u. a. bearbeitet. Später gab H. noch Das Becken von Kabulh (2 Bde., Wien 1851—52) heraus. Seit der Rückkehr von seiner großen Reise lebte er vorzugsweise der Hortikultur, und seine Villa in Hietzing bei Wien, gegenwärtig im Besitz des Herzogs von Braunschweig, ist ihrer Blumenzucht wegen berühmt. Im Dez. 1850 ging er als österr. Gesandter nach Florenz, wo er bis zur Vertreibung des Großherzogs (1859) verblieb, und nahm dann den Gesandtschaftsposten in Brüssel an, den er 1869 niederlegte. Seitdem lebte er erst in England, später in Brüssel, wo er 2. Juni 1870 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 438Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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