Hühnerhund, Vorstehhund oder Stellhund, Bezeichnungen für diejenigen Hunderassen, welche vorzüglich Federwild aufsuchen und vor demselben stehen bleiben. Die Hauptanforderungen an diese Hunde sind; sie sollen das Wild, besonders Feldhühner, Wachteln, Schnepfen, Fasanen, Enten und auch Hasen, die Nase hoch haltend unter stetem Hin⸗ und Herrevieren vor dem Jäger, leicht wittern; sich dem Wild behutsam nähern; ihm langsam nachiehen, wenn es vor ihnen hinläuft; da wo es sich rückt, in einiger Entfernung vor demselben stehen; dem gesunden Hasen nicht nachjagen, noch dem vor ihnen hinstreichenden Federwild flüchtig folgen; angeschossenes Wild sogleich, ohne es zu drücken oder zu zerreißen, apportieren. Das Wasser sollen sie zu keiner Zeit scheuen, sondern an jedem von dem Jäger bezeichneten Orte hin einfahren, überhaupt dem leisesten Winke des Jägers folgen. Diese Eigenschaften Dur um Teil angeboren, zum Teil werden sie dem H. urch die Dressur beigebracht. Am häufigsten wendet man die Parforcedressur an, bei der dem Hunde durch Strenge und harte Strafen die pünktliche Folgsamkeit gelehrt wird. Durch strenge Dressur olmne es zuweilen, auch andere Hundearten vollommen den die Jagd auf Federwild abzurichten. Zu den besten H. zählt man: die englischen Pointers, glatthaarige; Setters, langhaarige), die gewöhnlich im Galopp revieren und sehr flüchtig sind; die deutschen, langsamer, im kurzen Trabe suchend, 11 in der Dressur; die podolischen, stark, schwer, äufig mit gespaltener Nase, im kurzen Galopp revierend, leichter in der Dressur; die dänischen, mit ziemlich langem Bockshaar oder rauhem Flockhaar und einer langen Fahne an der Rute, leicht in der Dressur; die französischen, meist langhaarig, weiß mit bunten Flecken, weich, u. s. w. (Hierzu Abbildungen auf Tafel: Hunderassen, Fig. 5 u. 11.) In England gebraucht man bei der Hühnerjagd neben dem H. noch die sog. Retrivers zum portieren des erlegten Wildes.