Humann, eine elsäss. Familie, deren Ruf und 9. Diei begründet wurde durch Jean George H. Dieser, geb. 6. Aug. 1780 zu Straßburg, gründete ein Handelshaus, das bald bedeutend wurde, und wurde Mitglied der straßburger Handelskammer und des Generalrats des niederrhein. Departements. Seit 1820 war H. fast ununterbrochen als Vertreter des Niederrheins Mitglied der franz. Kammer; vom 11. Okt. 1832 bis zum 18. Jan. 1836 war er Finanzminister. Im J. 1837 zum Pair ernannt, wurde er 29. Okt. 1840 wiederum Finanzminister. Er starb 25. April 1842 zu Paris. Sein Bestreben war hauptsächlich auf die Verbesserung der Kommunikationsmittel und auf die Herstellung des Gleichgewichts im Budget gerichtet; in ersterer Beziehung förderte er insbesondere den Bau der ersten franz. Cisenbahnen, den Bau des Rhein-Rhone-Kanals und rief neue Dampfschiffslinien, so die von Marseille nach der Türkei und Agypten, hervor. Es gelang ihm wohl, die außerordentlichen Ausgaben der Juliregierung und selbst ältere Staatsschulden zu tilgen, die ordentlichen Staatsausgaben zu vermindern und die indirekten Einnahmen zu heben, jedoch nicht das Gleichgewicht zu erreichen; sein Plan, die fünfprozentige Rente in eine dreiprozentige zu konvertieren, führte 1836 den Sturz des Ministeriums herbei. Vgl. Spach, (H., ministre des financeso (Straßb. 1872). Sein Sohn Theodor H., zu Straßburg 8. Juni 1803 geboren, wurde 1834 Mitglied des Generalrats des Niederrheins und zuerst in Straßburg, dann in Rouen Hauptsteuereinnehmer, auf welche Stelle er 1846 resignierte. Von 1846 bis 1848 war er Deputierter, alsdann Präsident der Handelskammer und des Handelsgerichts in seiner Vaterstadt, und 1864 bis Sept. 1870 Maire von Straßburg. Bei seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt hatte die Stadtkasse einen Baarbestand von 1 Mill. Frs. H. blieb bis Juli 1871 Mitglied der straßburger Municipalkommission, optierte alsdann für die franz. Nationalität und starb zu Paris im Juni 1873.