Hutcheson (Francis), der bedeutendste Vertreter der Schule der sog. Hnuin Moralphilosophie, die nach dem Vorgange Cumberlands ihr System auf das Prinzip des Wohlwollens, d. h. auf das ein uneigennütziges Wohlwollen fordernde moralische Gefühl basierte, war im nördl. Irland 8. Aug. 1694 geboren, studierte in Glasgow, ging dann nach Irland zurück, wo er einige Zeit als Prediger einer Dissentergemeinde wirkte, und wendete sich hierauf nach Dublin, um eine Lehranstalt zu gründen. Im J. 1729 wurde er Professor zu Glasgow, wo er 1747 starb. Seine Ansichten laufen darauf hinaus, — zeigen, daß, während wir unter den unsern Willen bestimmenden Motiven die beiden großen Gruppen der selbstsüchtigen und der wohlwollenden unterscheiden, wir nur den letztern und den aus ihnen hervorgegangenen Handlungen unsern Beifall geben, und daß dies nur auf einem ursprünglichen, von der Natur uns eingeflanzten cmoralischen Sinno beruhen kann. Dies Prinzi ist verwandt mit dem von Shaftesbury (s. d.) begründeten «moralischen Geschmackd. H. begründete es in seinem Enquiry into the original of our ideas of beauty and virtues (Lond. 1725; deutsch, Frankf. 1762) und in seinem Essay on the nature and conduct of passions and affections- (Lond. 1728); er führte es näher aus in seinem, Verfase von Leechman mit einer —„ des Verfassers herausgegebenen «System ot moral philosophyy (Glasg. 1755). Auch schrieb er lat. Kompendien der Metaphysik und der Moralphilosophie. Seine Werke erschienen zu Glasgow (5 Bde., 1772).