Hüte, der um 1738 aufgekommene Name einer polit. Partei in Schweden. Sie ging aus der 1731 gegen Arvid Horn (s. d.) entstandenen Opposition hervor. Die Leitung übernahmen einige Mitglieder der alten holstein. Partei, unter denen Karl Gyllenborg und von Köpken hervorragten. Zu den Afrern in späterer Zeit gehörten Axel Fersen der Altere und C. G. Tessin. Seit 1734, wo Frankreich vergebens versuchte, Schweden in den poln. Successionskrieg Drriige Woltii gingen ihre Pläne auch auf die auswärtige Politik. Auf dem Reichstage von 1738 gelang es ihnen, die Gegner zu verdrängen, und es folgte rasch eine Umwälzung in den äußern und innern Verhältnissen Schwedens. Horn an der Spitze der Partei der Mützen hatte sich zum Ziel gestellt, durch eine Politik des Friedens und der Sparsamkeit die durch Karls XII. Kriege erschöpfte Kraft der Nation wiederherzustellen. Die H. dagegen stürzten das Reich in neue und unglückliche Kriege (mit Rußland 1741—43, mit Preußen 1757—62). Ihre innere Verwaltung zeigt einen engen Anschluß an das Merkantilsystem; der Ackerbau ward vernachlässigt; Einfuhrverbote, Subventionen, Prämien und Privilegien riefen ein reges kommerzielles und industrielles Leben hervor; dasselbe war aber nur ein künstliches und auf eine massenhafte Banknotenemission gegründet. Die H. mußten 1765 weichen. Zwar gelangten sie 1769—71 wieder zur Macht; ihre Tendenzen waren aber andere. Nach dem Staatsstreich Gu-Dob III. ward (24. Aug. 1772) die Anwendung er beiden alten Parteinamen streng verboten. Hueter (Karl Albert Moritz), namhafter Chirurg, geb. 27. Nov. 1838 zu Marburg in Hessen, studierte an der Universität seiner Vaterstadt Medizin, unternahm hierauf eine größere wissenschaftliche Reise durch Deutschland, Frankreich und England, übernahm 1863 eine Assistentenstelle am pathol. Institut, im folgenden Jahre eine solche an der Langenbeckschen chirurgischen Klinik zu Berlin und ha ilitierte sich 1865 an der dortigen Universität als Docent für Chirurgie. Im J. 1868 wurde er als Professor der Chirurgie und Direktor der chirurgischen Klinik nach Rostock, 1869 in die gleiche Stellung nach Greifswald berufen und starb 12. Mai 1882 zu Berlin. Seit 1881 vertrat H. den zweiten Wahlkreis des Regierungsbezirks Stralsund im Deutschen Reichstag, wo er als Hospitant der Fortschrittspartei angehörte. H. hat sich durch eine Reihe scharfsinniger experimenteller und mikroskopisch-pathol. Untersuchungen um die Chirurgie große Verdienste erworben und besonders die Lehre von den Gelenkkrankheiten, vom septischen und pyämischen Fieber, sowie von der Diphtheritis sehr gefördert. Unter seinen Schriften sind meuschlihen Ti «über die Formenentwickelung des menschlichen Thoraxo (Lpz. 1865), Die septikämischen und pyämischen Fieber» (im (Handbuch der Chirurgie, von von Pit 8 u. Billroth); Klinik der Gelenkkrankheiten» (3 Bde., Lpz. 1870—71; 2. Aufl. 1876 —78), Tracheotomie und Laryngotomiey (im «Handbuch der Chirurgiev, von von Pitha u. Billroth), Allgemeine Chirurgien (Lpz. 1873),Der Arzt in seinen Beziehungen zur Naturforschung und den Naturwissenschaften (pz. 1878). Auch dirigierte er mit Lücke die „Deutsche Zeitschrift für Chirurgiey (Lpz., seit 1871).