FeedHymen
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Hymen oder Hymenäos hieß bei den Griechen der Hochzeitsgesang, den die Begleiter der Braut sangen, wenn diese aus dem väterlichen Hause in das des Bräutigams geführt wurde; dann ist H. der Hochzeitsgott selbst, der unter diesem Namen zuerst bei Sappho vorkommt und nachher der Sohn verschiedener Musen, der Urania, Klio, Terpsichore, Kalliope, genannt wird. herf einigen war er ein sehr schöner Jüngling, welcher frühzeitig starb, oder bei der Vermählung des Dionysos und der Ariadne nach Absingung des Brautliedes die Stimme oder auch das Leben verlor. Auch wird von ihm erzählt, er sei ein schöner, aber armer athenischer Jüngling gewesen, welcher eine Jungfrau aus vornehmer Familie liebte. Als er derselben einst in Mädchenkleidung zum Demeterfeste nach Eleusis gefolgt war, entführten ihn nebst den dort versammelten Jungfrauen Seeräuber, welche H. tötete, als sie auf einer Insel einschliefen. Hierauf kehrte er nach Athen zurück und versprach, die Geraubten zurückzubringen, wenn man ihm die Geliebte gäbe. Dies geschah, und von nun an aesen man seiner in allen Brautgesängen. Dargestellt wird er als geflügelter und bekränzter Knabe, als ein größerer Eros, mit einer Brautfackel in der Hand. —

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 502Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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