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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Hylas, der schöne Sohn des Theiodamas, war der Liebling des Hercules, den er auf dem Argonautenzuge begleitete. Durch seine Schönheit entzückt, zogen ihn die Najaden, als er an der Propontis (Marmarameer) ans Land gestiegen war, um Wasser aus dem Askaniosfluß oder aus einer Quelle zu schöpfen, in ihre Fluten hinab. Wehklagend suchte Herakles den Geliebten überall; unterdes aber setzte das Schiff Argo die Reise fort und ließ jenen zurück. Die Einwohner von Kios feierten alljährlich ein Fest, an dem sie ins Gebirge ogen und H. riefen. Auch wird erzählt, daß der Priester an der Quelle opferte und dreimal H. rief, worauf das Echo antwortete. Die Sage ist von griech. und röm. Dichtern mehrfach behandelt worden; auch gibt es, namentlich auf pompejanischen Wandgemälden, Darstellungen derselben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 501Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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